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CD-Review

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Atavus
"Atavus"


Black Metal, Doom Metal, Post Black Metal

Autor Users

7

8

Release:

23.05.2013

Dauer:

60:07

Songs:

5

Albumtyp:

Full-Lenght

1. Unsere Väter
2. Was Treibt Mich An
3. Verteidigung
4. Ein neuer Tag
5. Weit Weg

Atavus

Geschrieben am von Salienz | 1803 mal gelesen


10

Wie stellt man eine Band vor, die fast niemand kennt, die es aber verdient hätte etwas mehr Beachtung zu bekommen? Am Besten in dem man ein Album von besagter Band präsentiert. Darum liegt heute das selbst betitelte Album der Black Metal Band Atavus aus Mannheim/Speyer vor. Das Album ist komplett über Soundcloud verfügbar und umfasst 5 Songs.
Zur Band selbst findet man leider nur wenige Informationen. Mitte 2012 wurde Atavus gegründet und im Mai 2013 bereits ihr Debutalbum veröffentlicht.

 
Doch nun zum wichtigen, dem musikalischen Teil. Wer Atavus genießen will, der muss Zeit mitbringen. Trotz der „nur“ 5 Songs, kommt das Album insgesamt auf eine Spielzeit von knapp über einer Stunde. Der Opener „Unsere Väter“ ist dabei mit ca. 9 Minuten noch der kürzeste Song. Dieser startet nach einem kurzen Intro der mit tiefen Rhythmusgitarren und einem Gesang, der stilistisch stark an Agrypnie erinnert. Das Schlagzeug beschränkt sich hier, und auch auf dem restlichen Album, recht Black Metal typisch auf schnelle Blastbeats und Doublebass. Lediglich der Gesang zeigt sich abwechslungsreich und wechselt im Laufe des Songs zwischen hohem Gekeife und tiefen Growls. Soweit erst einmal keine großen Überraschungen. Doch dann klingt der Song aus und geht über in einen ruhigen Part – das erwartet man an dieser Stelle nicht. Der etwa zweiminütige Zwischenpart steigert sich kontinuierlich und baut Spannung auf, die sich in einem monströsen Growl entlädt, den man so nur von Ahab kennt (Atavus geben die Funeral Doom-Legenden auch freimütig als Inspirationsquelle an), bevor man wieder in das Pattern von vor dem Zwischenpart zurückgeführt wird.
Der zweite Song „Was treibt mich an“ startet dann ruhiger, mit cleanen Gitarren und später mit langsamen, getragenen Riffs, untermalt abermals vom Doublebassspiel des Schlagzeugs, bevor ins High-Tempo gewechselt wird. Insgesamt ist der Song geprägt vom ständigen Wechsel zwischen High und Mid-Tempo. Die Länge der Songs hat unweigerlich zur Folge, dass man irgendwann gedanklich abgleitet und nur noch nebenbei zuhört. Vor allem der zweite Song „Was mich antreibt“ ist mit seinen stoisch wiederholten Riffs prädestiniert dafür.
Entschädigt wird man dafür allerdings durch großartige Songs wie „Ein neuer Tag“ oder „Weit weg“, die dem geneigten Zuhörer einiges zu bieten haben. Vor allem „Ein neuer Tag“ mit seinen dissonanten Gitarren zu Beginn, dem aggressiven Mittelpart und dem hypnotischen Ende weiß zu überzeugen. Durchweg auffällig sind die tiefen Rythmusgitarren. Aus der Selbstbeschreibung der Band kann man entnehmen, dass sie hierfür auf 8-Saiter zurückgreifen. Dadurch weichen Atavus die Grenzen des von ihnen gespielten Black Metal auf und wissen diese Freiheit großartig zu nutzen. Sei es durch die mörderisch tiefen Gitarren im letzten Song „Weit weg“, oder durch Bassdrops in Songs wie „Verteidigung“. Diese akzentuieren einerseits den Gesang und bewahren andererseits davor all zu schnell unaufmerksam zu werden. Auch für die Benutzung von anderen Effekten wie Wah-Wahs ist man sich nicht zu schade. Es ist erfrischend zu hören, dass das Duo seine Musik scheuklappenfrei und ohne Rücksicht auf Genregrenzen gestaltet. Man hat während des Hörens nicht selten das Gefühl eine zu schnell gespielte Funeral Doom-Scheibe vor sich zu haben – gepaart mit Black Metal typischen Leadgitarren. Wer sich selbst überzeugen will, der hört sich den Song „Weit weg“ ab Minute 08:45 an. Unglaublich geil!

 
Was aus der Band und ihrem noch im selben Jahr begonnenen zweiten Album geworden ist, war durch reine Internetrecherche nicht herauszufinden. Auf der Facebookseite der Band ist der letzte Eintrag auf den 06.11.2013 datiert. Sehr schade, hat die Band mit der vorgelegten Scheibe doch durchaus bewiesen, dass sie Potential haben. Zwar ist das Album noch nicht perfekt, vor allem im Hinblick auf die Solo-Gitarren und diverse Gesangsparts, die obwohl sie abwechslungsreich gestaltet sind, manchmal etwas schwach klingen. Aber dennoch haben einige Songs durchaus die Kraft den Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.

 

Nachtrag: Insider Informationen direkt aus der Band
“Wir hatten die Idee für das Projekt per Zufall beim Jammen. Aus dieser kleinen Idee entstanden Songs, welche wir eigentlich nicht veröffentlichen wollten. Da wir aber auf das Endresultat sehr stolz waren, entschlossen wir uns doch die CD zu veröffentlichen. Leider musste Anfang des Jahres Thomas aus Zeitgründen aus dem Projekt ausscheiden.
Ich möchte Atavus nun professioneller führen mit einer neuen CD. Diese nehme ich seit ca zwei Monaten auf.
Pläne für die Zukunft sind auf jeden Fall die Punkte aus Atavus eine Band zu gestalten und Liveauftritte in Angriff zu nehmen.”


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