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CD-Review

coldworld_autumn
ColdWorld
"Autumn"


Ambient | Atmospheric, Atmospheric Black Metal, Black Metal, Depressive Black Metal

Autor Users

5

8

Release:

15.07.2016

Dauer:

52:39

Songs:

8

Label:

Cold Dimensions

Albumtyp:

Full-Lenght

1. Scars
2. Void
3. Womb of Emptiness
4. Autumn Shades
5. The Wind and the Leaves
6. Climax of Sorrow
7. Nightfall
8. Escape II

Autumn

Geschrieben am von VA666 | 718 mal gelesen


10

Das zweite Full-length-Album Autumn der Ein-Mann-Band ColdWorld aus Erfurt erschien, anders als der Titel vermuten lässt, bereits im Sommer dieses Jahres. Jedoch ist der melancholisch-depressive Sound etwas, was man gerne im Herbst hört, wo alles seine Farbe verliert und langsam abstirbt.
Im Gegensatz zum Album Melancholie² sind im neuen „Herbst“-Album alle Songtitel und Lyrics auf Englisch. Georg Börner, der bereits seit 2005 an ColdWorld bastelt, hat sich bei diesem Album jedoch an etwas zu viel Sanftheit und Kitsch bedient.

 
Das erste Lied vom Album – Scars – startet direkt mit einem stillen, traurigen Intro, in dem die Gitarren sehr nachdenklich erklingen. Doch nur nach wenigen Sekunden wechselt die Rhythmik: Das Schlagzeug gibt dem Lied dann fortwährend ein hohes Tempo. Die Shouts hören sich auf seltsame Weise gedämpft an, als ob die Schreie von weiter Ferne kommen. Wenn die cleane Stimme erklingt, hört sich das zwar etwas kitschig an, aber gleichzeitig auf unerklärliche Weise depressiv und bedrückend.

 
Im Lied Void wird es dann durch die Frauenstimme noch etwas kitschiger. Aber das macht überhaupt nichts, da es dank der hohen Drumfrequenz, den langen, rustikalen Gitarrenriffs und eben der maskulinen Shouts, die dann doch den femininen Singsang dominieren, wirkt das Lied wieder härter. Oder eher weniger kitschig. Auch, wenn die ruhigeren Parts mit den langgezogenen Gitarrenmelodien diese gewisse Härte wieder erwechen

 
Der cleane, monotone Gesang in Womb of Emptiness hört sich dagegen sehr trübsinnig an. Nur ab und zu sind lange Schreie zu hören. Das langandauernde und langsame Intro ohne Geschrei und der danach folgende, monoton-nüchterne Sound ist Melancholie pur. Die mehrmals wiederholte MessageWe wont find peace“ prägt sich beim Hören dieses Liedes besonders stark ein.

 

Autumn Shades beginnt etwas „fröhlicher“ – was aber seltsamerweise wieder traurig klingt. Das Lied hat kein leises Intro und der vergleichsweise melodischere Clean-Gesang ist gleich nach den ersten Melodie-Strophen zu hören. Der Rhythmus hat wieder so eine gewisse kitschig-traurige Aura, die eine Eigenart von ColdWorld darstellt. Es handelt sich quasi um „sanften“ DSBM für einsame Abende oder Spaziergänge durch eine farblose, düstere Herbstlandschaft.

 

Eine sentimentale Gitarrenmelodie erklingt, worauf eine sehr traurig klingende Geige zu spielen beginnt – es ist der kurze, instrumentale Track The Wind and the Leaves. Hier könnte man fast schon an klassische Musik denken. Und man ist bemüht, die Tränen zu unterdrücken.

 

Climax of Sorrow beginnt direkt etwas härter und will gar nicht zum Rest passen. Hier ertönen die Gitarren rockiger, und wenn das typische Black-Metal-Geschrei nicht wäre, könnte man glatt denken, es wäre Heavy Metal. Doch der schleppende Sound und die ruhigeren, melancholischen Parts kehren dann wieder zur kalten Welt zurück. Das Schlagzeug gewinnt zur Liedmitte auch wieder an Tempo. Und in einem ruhigen Moment ist sogar ein wenig DSBM-Geheul zu hören! Anschließend ist alles wieder beim Alten, Bekannten – man hört kurz wieder das, was man hören möchte: Black Metal. Das Ende ist jedoch wieder ruhig.

 

Der Anfangssound von Nightfall wird langsam eingeblendet und man hört eine wiederkehrende Melodie, unterlegt mit derben Drumschlägen. Die Shouts hören sich hier wieder sehr monoton an. Zur Mitte ändert sich die Melodie – minimal. Aber dann hört man doch wieder die alte Melodie, die zwar nicht schlecht ist – aber das ganze Lied besteht sozusagen nur aus ihr, und das langweilt. Zum Ende hin gibt’s dann noch ein Geheul wie von einem Wolf, was wahrscheinlich mit dem Titel in Verbindung gebracht werden soll. Das Ende wird abrupt still und es erklingt eine kurze, kitschige Pianomelodie. Das Lied fand ich persönlich sehr enttäuschend.

 

Escape II, eine Art Fortsetzung von Escape im Album Melancholie² von 2008, ist im Vergleich zum Vorgänger leider wieder enttäuschend. Das Intro dauert sehr lange und man wartet schon fast ungeduldig auf das Schreien. Doch leider ertönt wieder so ein komisches Wolfsgeheul. Wartet man noch ein bisschen, wird es dann vom Rhythmus her etwas schneller – aber das Geheul bleibt und es gibt keine Lyrics. Zudem ist das Lied recht kurz. Ein schlechter letzter Song des Albums! Da war das rein instrumentale Escape um einiges besser

 
Ganz eindeutig liegt der Schwerpunkt des Albums im Ambient. Von DSBM ist nur ansatz- bzw. stellenweise was zu hören. Zwar klingen einige Passagen traurig und melancholisch, doch leider auf eine doch stark kitschige Weise, was sehr gewöhnungsbedürftig ist.


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