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Konzertbericht

Deathskull-Mystherium-2016_Flyer
Deathskull Mystherium 2016

Konzertberichte

Ort:

Helvete Oberhausen

Datum:

30.9.2016

Uhrzeit:

ab 18.00 - 0.00 Uhr

Genre:

Black Metal, Death Metal

Preis:

13-15€

Nekroscum
Carpathian Wolves
Chthonic Cult
Arkona
Nawaharjan
Goat Torment

Deathskull Mystherium 2016

Geschrieben am von VA666 | 642 mal gelesen


Am letzten Septembertag fand im Helvete quasi ein vorgezogenes Halloween statt. Im vergleichsweise zu anderen Oberhausener Metal-Locations winzigen Konzertsaal spielten „gruselige“ Bands, die sich überwiegend dem Black Metal widmeten: Nekroscum aus Essen, Carpathian Wolves aus Aachen, Chthonic Cult aus Berlin/Polen, Arkona aus Polen, Nawaharjan aus Berlin und Goat Torment aus Gent traten auf die Bühne und lieferten beim Konzert namens „Deathskull Mystherium“ ein abwechslungsreiches Programm.

 

Der in einer Art Lordi-Kostüm verkleidete Sänger von Nekroscum verbreitete gleich zu Anfang eine Gruselstimmung, wobei sich wohl kein Konzertbesucher ernsthaft gruselte. So hatten auch das geschminkte Gesicht und das Kunstblut aus der Bierdose keinen Gruseleffekt auf das Publikum – ganz im Gegenteil! Zum punkigen Black Metal von Nekroscum wurde geheadbangt und die Fäuste in die Höhe gehalten. Wenn man „Nekroscum“ bei Youtube eingibt, kommt unter anderem auch ein 1 minütiger Ausschnitt eines Live-Videos mit dem GG Allin Cover „Bite It You Scum“, was auch die Gesamt-Performance von Nekroskum erklärt. Weitere Einflüsse sind laut der Band Darkthrone, Mayhem, Impaled Nazarene, Marduk und Sodom.

 

Mit heidnischen Black Metal ging es dann weiter. Die langen, atmosphärischen Geräuschkulissen von Carpathian Wolves zog nun eine andere Hörerschaft vor die kleine Bühne. Der Sänger hüllte sich in einer schwarzen Kapuze ein und schrie Texte aus dem Heidentum in das Mikro. Aber die musikalische Darbietung überwog die meiste Zeit und füllte den Raum nahezu gänzlich aus. Die Band gibt es erst seit ca. 3 Jahren – Live-Konzerte bedeuten für sie daher viel, um beispielsweise auch im östlichen NRW bekannter zu werden.

 

Endlich war etwas mehr Death zu hören: Bei Chthonic Cult hörte man deathhaltige Parts, die sich mit Black vermengten, deutlich heraus. Es ist auch typischer für musizierende Lovecraft-Metaller, dass sie eher in Richtung Death tendieren. Die rauen, böse aus den Boxen dröhnenden Töne der hart gespielten Instrumente und die kratzende, tiefe und monotone Stimme charakterisierten Chthonic Cult. Man merkt kaum, dass es die Band erst seit 2014 gibt!

 

Der kleine Raum vor der Bühne füllte sich mit zahlreichen Fans von Arkona, die ihren etwas melancholisch klingenden Black Metal spielten. Ein Erkennungswert sind die beiden Gitarristen mit Corpse Paint, die weiße Kapuzenpullis tragen. Der gelockte Sänger trug ebenfalls ein Corpse Paint. Die langgezogenen, rauen Shouts auf Polnisch und die langsamen Drumschläge bewirkten eine merkwürdig ruhige, aber auch bedrohliche Stimmung. Zu Anfang eines Liedes gab es oft melodische, harmlos klingende Intros (u.a. durch das Keyboard), bevor es dann böser und partweise auch schneller wurde. Zu den schnelleren Parts wurde seitens der Fans ausgiebig geheadbangt.

 

Als die „Mönche“ von Nawaharjan auf die Bühne traten, erkannte man quasi nur ihre Silhouetten. Der Rauch, der von einer großzügigen Menge an Räucherstäbchen aufstieg, und der Nebel der Nebelmaschine, hatten einerseits den beabsichtigten magisch-religiösen Effekt, andererseits war beides ganz schlecht für Lunge und Augen. Vom Fotos machen ganz zu schweigen. Die noch junge Band hat sich für diesen sinnlich und optisch einprägenden Auftritt große Mühe gegeben. Die rituellen Klänge – ja, auch mit Mönchsgesang – verströmten eine geheimnisvolle Aura in der für so eine extravagante Bühnenshow eher ungeeigneten Helvete-Konzertkämmerchen. Auf einer größeren Bühne wäre es wohl eindrucksvoller gewesen. Auch die Tatsache, dass die Band im Vergleich zu den anderen etwas aus dem Rahmen fiel, ist anzumerken. Doch das machte den Besuchern überhaupt nichts: Im Helvete waren so viele Metaller unterschiedlichster Vorlieben, dass auch als orthodox klingende Intros aus den Boxen schallte, keiner vor Abscheu aus dem Kämmerchen floh. Schließlich zeigte sich Nawaharjan nach den einleitenden Kirchenklängen von einer abgrundtief bösen Seite: Ihre Musik beschwor förmlich den Teufel hinauf; seine physische Anwesenheit war seltsamerweise beim Anblick der vorne stehenden, in schwarze Mönchskutten gekleideten Bandmitgliedern deutlich zu spüren.

 

Zum Abschluss des Konzerts machte Goat Torment ordentlich Krawall. Die sehr (!) harten und rasenden Drumschläge gaben auch dem müdesten Headbanger noch einmal den Anlass, ordentlich den Kopf zu schütteln. Wie Schüsse kamen sie aus den Lautsprechern. Die Shouts zogen sich in die Länge und klangen, als sei der Sänger in einem satanischen Wahnzustand. Die Lieder waren meist recht kurz und endeten abrupt. Hier war Death Metal auf jeden Fall herauszuhören. Goat Torment spielen ihren hämmernden Black Metal schon seit 2008 und entwickelten dabei ihren eigenen Stil. Während der Jahre gab es mehrere Wechsel in der Bandbesetzung, doch zum Glück kam es nie zur Auflösung. Die Band ist eiftig dabei, neues aufzunehmen und live aufzutreten, um sich noch mehr Fans zu ergattern.

 

Das Deathskull Mystherium war sehr facettenreich und im Hinblick der zahlreich erschienenen Konzertbesucher ein voller Erfolg für den kleinen Raum im Helvete. Nach dem Konzert hielten sich die Metaller noch eine ganze Weile in den Club-Räumlichkeiten auf und ließen mit satanischen Getränken das Konzerterlebnis nachklingen.

 

 

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