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Festivalbericht

Frostfeuernächte
Frostfeuernächte 2016

Festivalberichte

Ort:

KiEZ Hölzerner See, Weg zum Hölzernen See 1

Datum:

12.02.-13.02.2016

Uhrzeit:

ab 16.00-1.00 Uhr bzw. 11.00-1.00 Uhr

Genre:

Black Metal, Death Metal, Pagan Metal, Thrash Metal,...

Preis:

25-30€

Finsterforst
Firtan
Fimbulwinta
Drenched in Blood
First Aid
Witching Hour
Nocturnal Witch
Rimruna
Dark Kasperle Theater
Blood Fire Death
900RPM
Livers Dirge
Delirium
Tranquillizer
Xicution
Drengskapur
The Gash

Frostfeuernächte 2016

Geschrieben am von VA666 | 1515 mal gelesen


Im KiEZ am hölzernen See fand dieses Jahr zum zweiten Mal das Festival „Frostfeuernächte“ statt. Zwei Tage – vom 12. bis 13. Februar – wurde volles Programm geboten. Die Headliner waren diesmal WITCHING HOUR, NOCTURNAL WITCH, RIMRUNA, FIMBILWINTA, FINSTERFORST und FIRTAN.
Die Räumlichkeiten des Kindererholungszentrums waren großzügig und die Außenanlagen mit den Fressständen ebenso. Auch einen eigenen Verkaufsraum gab es, der mit Merchandise reichhaltig bestückt wurde. Zudem gab es die Möglichkeit, vor Ort günstig zu übernachten, was auch etliche taten, schließlich war das Örtchen Heidesee doch relativ weit weg von Berlin, wo geschätzt die meisten Besucher und Besucherinnen herkamen.

 

Der Freitag, dessen Motto „Unholy Thrash“ war, begann mit der Auslosung der vier Slots – je zwei pro Tag. Die auszulosenden Bands waren IRON KINDL PEST, MYTHERINE, DEPULSOR und EMBRACING SILENCE. Die beiden erstgenannten spielten am Freitag, die letzteren am Samstag. Nach der Auslosung spielte THE GASH aus Berlin ihren Heavy Black/Thrash Metal, was dem Motto des Tages alle Ehre machte. IRON KINDLE PEST – ebenfalls aus Berlin – trat danach auf die Bühne und ließ ihren satanisch-alkoholischen Speed Thrash Black Metal erklingen. Die Punk-Einflüsse sah man den Musikern nicht direkt an, doch der Bandname und die „rohe“ Stimme des Sängers deuteten schon stark in diese Richtung. Mit Melodic Death Metal von MYTHERINE ging es dann anschließend weiter, was ein doch sehr krasser Genrewechsel war – und dementsprechend auch ein anderes Publikum. Auch sie kamen aus Berlin und spielten das erste Mal live. Die Death/Thrash Metaller von DRENCHED IN BLOOD, die von Cottbus aus anreisten, boten dann wieder derbere Musik. FIRST AID aus Berlin zog mit ihrem Thrash zu später Stunde die Besucher vor die Bühne, dessen Nacken schon von den Vorbands strapaziert sein mussten. Die saarländische Band WITCHING HOUR mit ihrem Oldschool Black Metal heizte dann mit ihren schnellen Rhythmen den Saal noch weiter auf. NOCTURNAL WITCH aus Neustadt an der Orla (Thüringen) erzeugte mit einer Mischung aus Black und Thrash Metal eine düstere und angespannte Atmosphäre. Die letzte Band des Tages – RIMRUNA, die nur aus zwei Personen besteht – kam ebenfalls von Berlin aus zum Festival. Ihre deutschen Lyrics und der eher melodische und langsamere Black Metal entsprach eher dem Motto des Samstags: Pagan Black Death.
Die noch sehr unbekannte deutsch-holländische Band 900RPM begann am Samstag bereits um 11 Uhr mit experimentellen Drone bzw. Noise. Auch DEPULSOR (Thrash Metal aus Wittenberge) möchte bekannt werden in der Metal-Szene – womit sie mit ihrem Live-Auftritt auf jeden Fall auf dem richtigen Weg sind. Ebenso EMBRACING SILENCE, wieder aus Berlin, die mit ihrem Post Hard-core eine andere Zuhörergruppe ansprach, die jedoch auch vorhanden war. LIVERS DIRGE aus Wildau sind böse, wie sie selbst sagen: Böser Metal mit bösen Texten und Bier! Die Melodic Death/Black Metal TRANQUILLIZER aus Frankfurt an der Oder waren unauffällig gekleidet – den-noch fielen sie auf, da der Sänger ab und zu in eine Trombone blies, was (wenn man die anderen Instrumente nicht hören würde) eher nach Volksmusik aussehen und klingen würde. Die mit Kunstblut dekorierten Death Metaller von XICUTION aus Eberswalde ließen die Aktiven unter den Festivalbesuchern wie wild headbangen. Die zwei Musiker von DRENGSKAPUR verbreiteten dann wieder einen „ruhigeren“ Black Metal. Der Sänger und Gitarrist stand mit Mönchsgewandung auf der Bühne und bewegte sich kaum vom Fleck – er schien ganz auf seine Rolle konzentriert.

 

Aus der brandenburgischen Eisenhüttenstadt kam der Frontmann der Band FIMBULWINTA, der auf den Künstlernamen Nidhogg vom Walde hört, mit seinen Leuten und vielen Fans nach Heidesee. Auffällig geschminkt (rot-weiß) und gekleidet („Kamerad Sauerkraut“ mit Pickelhaube, Gasmaske und braunem Ledermantel war wohl der Auffälligste) spielten sie ein Gemisch aus Pagan Black Metal und Hardcore – und die Festivalbesucher geraten aus dem Häuschen. Zu Ehren Lemmys spielten sie noch einen Motörhead-Song und eine Zugabe gab es am Ende obendrein. Nach dem doch eher turbulenten Auftritt von FIMBULWINTA ertönte der frankonische Pagan Metal der Band DELIRIUM. Die Ippesheimer waren nur dezent mit heidnischen Accessoires ausgestattet, brachten jedoch die ganze Epic des Pagan Metals zum Ausdruck. Ihre Musik – mal melodisch, mal „hau-drauf“ – war sehr abwechslungsreich und bediente sich auch von anderen Metal-Genres. Eigentlich sollte es nach DELIRIUM ein satirisches Puppentheater von DARK KASPERLE THEATER geben. Doch leider fand dieser aus Berlin stammende Nonsens nicht statt, was ziemlich schade war, da die Puppen bestimmt viele Besucher sehr erheitert hätten. Dafür spielte BLOOD FIRE DEATH – eine deutsche Bathory Tribute Band – noch länger als ursprünglich eingeplant. Der epische Viking Black Metal zog alle Bathory-Fans zur Bühne, die der melodiösen Stimme des Sängers lauschten.

 

Da nun reichlich Spielzeit zur Verfügung stand, profitierte auch FINSTERFORST von den Ausfall des Puppentheaters. Sie brachten den Raum fast zum Platzen – geschätzt 90% der Besucher waren vor allem wegen den Black Metallern, die allesamt in schwarzer Hose und verdreckten weißen Blusen auf die Bühne traten, gekommen. Die Südgermanen waren daher wohl der Höhepunkt des Festivals schlechthin – schließlich sind sie sehr bekannt und beliebt. Ihre deutschen Texte, die mit metallischen Klängen untermalt wurden, waren wie kleine Geschichten, die teilweise brutale und blutige, andererseits auch mythische Themen aufgriffen. Natürlich gab es auch von ihnen noch eine Zugabe, bevor FIRTAN als vorletzte Band spielten. Auch sie hatten deutschsprachigen Gesang, und es flossen vor allem die Themen Natur, Mensch und Tod darin ein. Ihre ferne Heimat, Lörrach (Baden-Württemberg), hat sie dennoch nicht daran gehindert, bei den Frostfeuernächten aufzutreten. Die vielfältige Mischung aus Black und Pagan Metal, sowie Einflüssen von Progressive und Post-Rock klang sehr harmonisch. Zudem legen die Musiker Wert auf ihre Konzepte: Für ihre Texte haben deutsche Philosophen wie Hegel oder Vischer hergehalten, für die Artworks der Cover die Künstlerin Larissa Kraus. Dass es die Band erst vier Jahre gibt, mag man bei ihrer Bekanntheit gar nicht glauben. Sie haben es in dieser Zeit vor allem durch Live-Auftritte geschafft, an Größe zu gewinnen. In der Szene sind sie jedenfalls schon ein fester Begriff. Am absoluten Ende der Frostfeuernächte spielte THE GASH nochmals, ehe alle müden Metaller und Metallerinnen nach Hause fuhren oder sich vor Ort zu Bett legten.

 

Die Entzündung der „Frostfeuer“ fiel leider an beiden Tagen aus, da der dafür Zuständige verhindert war. Die Fotos sind allesamt von Samstag, und ich habe es leider aus zeitlichen Gründen nicht geschafft, alle Bands zu fotografieren. Ich bitte um Verständnis. ;-)

 

Ich möchte mich bei den Veranstalter, Felix Kramer, nochmals für den unkomplizierten Presselistenplatz bedanken. Und auch für die günstige Unterbringung – das hat mir den Abend gerettet. Vielen Dank dafür! :-)

 


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