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CD-Review

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Geäst
"Schwarze Leiber"


Doom Metal, Post Black Metal

Autor Users

7

7

Release:

01.07.2014

Dauer:

27:18

Songs:

4

Label:

Independent

Albumtyp:

EP

Limitiert:

CD: 100, Tape: 50, LP(braun/blau): unbekannt

1. Von Ästen Und Schnee
2. Nie Mehr Träumen
3. In Einsamkeit
4. Wo Es Dunkel Ist

Schwarze Leiber

Geschrieben am von Fnord | 1766 mal gelesen


10

Die Mannheimer Band „geÄst“ entstand aus einem Soloprojekt und trat 2013 mit ihrem in einem take aufgenommenes Album „Wanderer“ erstmals in Erscheinung. Der hier präsentierte, recht unkonventionelle Musikstil wurde nun in der Mitte 2014 veröffentlichten, aktuellen EP „Schwarze Leiber“ fortgeführt.

 

Nach einem schlichten Gitarren-Intro beginnt das in vier Szenen aufgeteilte Album mit einem Bild der Ästhetisierung des Hässlichen. Ein an Heyms Ophelia erinnernder Leichnam liegt verwesend im Schnee. Hier wechseln sich verschiedene Rhythmen und Stimmen ab: Ein schneller mit einem rockig, langsamen und der aggressive und doch verständliche Hauptgesang gegen das Schreien einer Gruppe. Der Titel „Von Ästen und Schnee“ wird hier eindringlich wiederholt.

 

Im zweiten Titel „Nie mehr Träumen“ erhalten wir das Bild eines Verlassenen, der in Isolation die Beziehungen zu einem Menschen verarbeitet. Musikalisch beginnt dies mit einem Post Metal-Teil, in dem über etwa vier Minuten ein solides Gerüst aufgestellt wird. Der darauf folgende, fast schon orientalisch anmutende Zwischenteil zeigt die experimentellen Ausflüge der Band. Immer wieder fällt hier der Klang einer Hammondorgel auf, die mit Dreiklangsbrechungen eine begleitende Melodie erzeugt.

 

„In Einsamkeit“ beschreibt ein Bild der Reflektion und Ausweglosigkeit. Der hier präsentierte Stil erinnert etwas an Klabautamann- allerdings immer wieder durch Orgelklänge durchsetzt. Rhythmische Veränderungen bieten eine Abwechslung, der Tonlagenwechsel im Gesang erzeugt ein Call and Response Spiel. Allerdings wiederholen sich die Teile gefühlt jedoch zu oft und wirken über die 8 Minuten etwas gezogen. Die Sprachsamples und das Auslaufgeräusch eines EKGs zum Schluss haben mich jedoch positiv überrascht, da sie das Bild abschließen: „Eigentlich bist du doch gesund“.

 

Das Album schließt darauf mit dem Bild eines morbiden Gefühlszustandes ab, der dort lebt, „Wo es Dunkel ist“. Die Tristesse wird hier durch einen langsamen, etwas doomlastigen Teil eingeleitet, immer wieder abgelöst von ruhigen bis experimentellen Orgelklängen und Gitarrenstimmen. Sänger Volker Klabunde zeigt hier eine breites dynamisches und stilistisches Spektrum: klare, an Operngesang erinnernde, Verse wechseln mit klassischem Black Metal-Gesang. Die Ausleitung in einen weiten Hall entlässt den Hörer.

 

geÄst“ versuchen sich mit dieser EP über Genregrenzen hinwegzusetzen, ihr Stil ist irgendwo zwischen Melodic-, Doom-, Post- Black Metal und Rock einzuordnen. Dieses Bemühen ist überzeugend umgesetzt, führt bei mir allerdings zu Schwierigkeiten. Bestimmte Genre haben für mich in ihren Einzelheiten durchaus ihren Reiz, da fällt es schwer die passenden Elemente zu kombinieren – dies ist hier für meinen Geschmack leider nicht vollständig gelungen. Rhythmische Abwechslungen stören den Hörfluss ohne dabei konsequent anderes zu sein, Passagen wiederholen sich, werden vorhersehbar. Auch der Wechsel durch verschiedene gesangliche Stilistiken erschwert es mir, mich auf die Musik einzulassen. Die Texte sind durchdacht, ansprechend und auch alleine stehend lohnenswert. Dieses Album stellt somit eine „handwerklich gut gemachte“ Abwechslung zu gewohnten Klängen dar - die man allerdings mögen muss. Ich empfehle trotzdem mal rein zu hören. „Schwarze Leiber“ bietet zwar nur eine halbe Stunde Hörgenuss, kostet dafür aber als (sehr schön gestaltete!) LP nur 10€.


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