Registrieren






Powered by Ajaxy


CD-Review

a1867382444_10[1]
Henbane / Urfuchs
"Mortar / Blutkrone"


Melodic Black Metal

Autor Users

7

7

Release:

30.07.2016

Dauer:

33:31

Songs:

6

Albumtyp:

Split Album

1 Mortar
2 Capuche de Ghoul
3 Downfall
4 Kult des Koalenos
5 Prophetenverse
6 Blutkrone

Mortar / Blutkrone

Geschrieben am von Enrico Palazzo | 2409 mal gelesen


10

Recht schlicht gehalten und im Pappschuber kommt die Henbane / Urfuchs Split ins Haus, die jeweils 3 Songs von den Bands enthält. Ich kenne beide nicht und gehe also mit absolut unverstelltem Blick und ohne wie auch immer geartete Erwartungshaltung an die Sache.

 

Während sich “Henbane” (offenbar der engl Begriff f. Bilsenkraut) in Sachen Artwork und Layout in angenehmer Zurückhaltung üben, gibt’s von Urfuchs neben dem possierlichen Bandnamen noch verschiedene abgedroschene BM – Klischees (Corpsepaint-Bildchen, “krasser” Font, einen an einen nicht näher definierten “Abschaum” gerichteten “Wer das liest ist doof”-Spruch) als Dreingabe. -So weit so gewöhnlich – also zum wichtigen Teil.

 

Henbane

Die Split beginnt mit den 3 Tracks von Henbane; ein eingängiges, melodisch-melancholisches Midtempo-Riff von links, der Rest der Band fällt mit ein und leider fällt sofort auf, dass die Bassdrum etwas mehr Zuwendung gebraucht hätte, klingt doch recht mumpfig und matschig und kann sich nur schwer durch die generell etwas breiigen Tiefen kämpfen. -Ist unschön aber kein Weltuntergang, Henbane sind keine Knüppelband, sondern bieten getragenere Meldodien, sodass man sich hiermit arrangieren kann. Hier und da kommt ne Leadlinie zur Unterstützung dazu, es folgt ein akustisches Zwischenspiel, was sich zu einer weiteren getragenen Linie steigert, zum Schluss eine Variation des Anfangsriffs und fertig. Nicht übel – für meinen persönlichen Geschmack aber etwas zu eingängig.
Der nächste Track wartet mit treibenderem (wenngleich noch nicht “schnellem” ) Tempo und Riffing auf, ist weniger melancholisch, eher düster gehalten. Auch hier: grundlegend nicht schlecht – allerdings besteht der Song quasi nur aus einem hier und da variiertem Riff – zu wenig Spannung um sich mitreißen zu lassen, zu viel, als dass eine hypnotisch-monotone Atmosphäre entstehen könnte.
Der dritte und letzte Song gefällt mir am besten. Er unterscheidet sich rein strukturell oder inhaltlich zwar nicht wirklich von den anderen, auch hier hätte man sich in den gut 6 Minuten ruhig etwas mehr einfallen lassen können – aber das Thema ist ganz geil und der monotone Bridgepart hat Atmosphäre und schlägt ne schöne Brücke zum wieder aufgenommenen, abermals leicht variierten Anfangsthema.

 

Zusammenfassend würde ich sagen, ganz solide, wenn auch etwas einfallslos auf die Dauer – nichts, dem ich gespannt zuhören würde aber auch nicht schlecht. Etwas ärgerlich der Sound – der ebenfalls nicht wirklich grottig ist aber eben auch nicht gut -viele Feinheiten von denen man hier und da eine Ahnung bekommt (und die hoffentlich auch da sind) bleiben im hintergründigen Soundmatsch verborgen. Ein paar weniger Effekte (Akustikgitarren, Gesamtmischung) und etwas mehr Mut (Drums) hätten den Mix sicher griffiger gemacht und die Songs in einem besseren Licht erscheinen lassen. Alles in allem sage ich mal 6,5/10.

 

Urfuchs

Weiter gehts mit den Füchsen, kurzes Regenintro und dann kommen auch schon die ersten (erfreulich klaren!) Gitarren und Drums. Zwei Minuten Intropart, dann geht’s los mit oldschooligem Uffta-uffta.
Der Sound ist wesentlich aufgeräumter aber nicht steril-poppig – gefällt. Solider, eingängiger Midtempo Song, die einzelnen Riffs entwickeln sich gut auseinander – ziemlich runde Sache, allenfalls etwas blutleer vielleicht.

 

Der nächste Song geht nochmal mehr in Richtung oldschool; hackiger, schneidender, abwechslungsreicher. Zügig wird zwischen Uffta, Midtempo und Blast gewechselt, das Drumming besticht durch kleinere Variationen und Finessen – ganz geile Sache!
Der dritte Song ist dann zunächst nochmal ne kleine Steigerung, aggressiver, treibender – auch durch den anfänglichen rechts/links Gesang, der gut Tempo rein bringt. Danach wird’s dann ziemlich heavy-metalig.
– ‘Live würde ich mir Urfuchs auf jeden Fall mal geben’, denke ich, ‘geht bestimmt goat ab!’

 

Alles in allem kommen Urfuchs auf dieser Split wesentlich ausgereifter rüber als Henbane, was aber möglicherweise der besseren Produktion geschuldet ist – während Henbane mehr Augenmerk auf Poduktion und Abwechslung legen sollten, könnten Urfuchs’ Songs etwas mehr Seele, Atmosphäre und Dunkelheit vertragen, damit das ganze nicht zu partymäßig rüber kommt – aber da sind wir natürlich schon weit im geschmacklichen und damit subjektiven Bereich. Ansonsten ganz ordentlich – 7,5/10.

 

Zusammenfassend kann man sagen: gebt euch das Zeug ruhig mal, es gibt n kostenloser Livestream den man auf jeden fall antesten sollte:

https://henbane.bandcamp.com/album/mortar-blutkrone


Bewerte dieses Album

Deine Wertung wird mit den anderen Userbewertungen verrechnet

012345678910

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>