Registrieren






Powered by Ajaxy


Festivalbericht

Incu15_Natuurtheater_Zondag
Incubate Festival 2015 Sonntag

Festivalberichte

Ort:

Natuurtheater Oisterwijk

Datum:

20.09.2015

Uhrzeit:

ab 17:00 - 23:00 Uhr

Genre:

Suizidal Black Metal, Neofolk

Preis:

Einzelticket: 25€

Dornenreich (Akustik)
Lifelover
:Of The Wand And The Moon (Solo)
Empyrium

Incubate Festival 2015 Sonntag

Geschrieben am von Swipal | 783 mal gelesen


Während meines zweiwöchigen Urlaubs in Tilburg (Holland) war glücklicherweise auch das Incubate Festival, was sich allerdings durch eher Metal untypische Bands auszeichnete. 7 Tage sollte hier Tilburg in Zentrum von Musik, Theater und Kunst stehen. Über die ganze Stadt verteilt gab es überall Konzerte, vom Skatpark mit Bühne bis hin zum großen Stadttheater konnte man hier für ca. 120€ alles mögliche erleben. Die Musikrichtungen gingen dabei von Indie-Pop bis hin zu Black Metal. Mit einigen Reviews von einigen Bands die ich über diese Woche gesehen habe, konnte ich ja nun schon einen kleinen Einblick in das holländische Festivalleben geben. Doch hier soll es um den letzten Tag des Festivals gehen, der für mich definitiv der Höhepunkt des Incubates 2015 war!

 

In einem Naturtheater ca 12 Kilometer vom Tilburger Stadtzentrum entfernt liegt, sollten Dornenreich, OTWATM, Lifelover und Empyrium spielen. Dahin zu kommen ist recht einfach, es gibt einen Bus der einen für 5 Euro dort absetzt und wieder abholt. Für die Touristen unter euch ist das Naturtheater aber auch mit dem Stadtrad in 45 Minuten eigentlich recht unkompliziert zu erreichen. Nunja, jeder der so ein Teil mal fahren musste wird wissen, dass auch kleine Hügel recht anstrengend sein können. Aber es ist machbar und man sieht viel schönes Land auf diesen 12 Kilometern. Egal, dort angekommen befindet man sich in einem kleinen Wald, hier und da verstecken sich ein paar Steinskulpturen. Im Theater selbst angekommen, findet man ein typisches Naturtheater vor einer prächtigen Waldkulisse wieder. Gerade als es dunkel wurde, konnte die Lichtshow einen schon einmal ins staunen versetzten.

 

Aber nun zu den Bands. Den Anfang machten Dornenreich mit ihrem Akustik-Set. Ich war sehr skeptisch, da ich nur das ältere Zeug kannte und mir das ganze akustisch nicht wirklich vorstellen konnte. Also setzte ich mich auf einen Platz und lauschte den beiden Herren auf der Bühne. Die erste Hälfte des Gigs war ich wirklich gefesselt, die Akustik war ein Traum und auch Dornenreich wusste zu überzeugen, leider wurde es zum Ende hin etwas fad, da nichts Neues kam. Gerade am Gesang können Dornenreich mehr, als sie im Akustikset zeigten. Dennoch ein gelungener Anfang.

 

Nach Dornenreich sollten Lifelover die Bühne betreten und ich konnte es kaum erwarten, doch noch die Chance zu bekommen die Schweden live zu sehen. Nach dem Soundcheck ging es endlich los. Die Jungs von Lifelover waren genauso heiß darauf zu spielen, wie das Publikum heiß darauf war, dem Schauspiel zu folgen. Genauso skurril und abgedreht wie man es sich vorstellen würde, war es auch und es wurde ein Klassiker nach dem anderen gespielt. Es gibt hier nicht viel mehr zu sagen als großartig! Die letzten Worte des Sängers waren dann See you again in 10 years und damit verschwand Lifelover und war für diesen Tag auch nicht mehr gesehen. Ich bin gespannt ob, Lifelover nach der kleinen Tour wirklich erst wieder in 10 Jahren zu sehen sein werden.

 

Immer noch völlig begeistert von der eben gehörten Band machte sich Of The Wand And The Moon fertig für seinen Soloauftritt. Mittlerweile wurde es dunkel und ich machte es mir (dem Neofolk angemessen) mit einem Rotwein wieder auf der Tribüne gemütlich. Jetzt kam zum ersten Mal der volle Glanz der Lichtshow zum Vorschein. Der Däne verzauberte das Publikum. Alle blieben gespannt auf ihren Plätzen und lauschten. Kaum ein Muks war zu hören und das machte die Atmosphäre richtig interessant. Mit ein paar lustigen Ansagen wurde die ernste Stimmung etwas gelockert und man schmeichelte dem Songwriter nach jedem Lied mit lautem Applaus. Auch hier gab es kaum etwas zu beanstanden. Der Merchandisestand von dem Herren wurde nach dem Konzert regelrecht überrannt und man konnte das ein oder andere Album ergattern. Das neuste Werk werde ich in den nächsten Wochen rezensieren.

 

Dann wurde es noch einmal voll. Empyrium betraten die Bühne und ein wahrlich episches Programm, gemischt mit ganz alten und neueren Liedern schmückten den Auftritt. Auch ein Lied der kommenden CD konnte man bestaunen. Klanglich war es aus jeden Fall eine wahre Gewalt. Leider muss ich sagen, dass ich mir bei dem Hype um die Band mehr erhofft hatte – es war trotz alledem ein gelungenes Konzert.

 

Sehr zufrieden verließ ich das Naturtheater und fuhr mit dem reichlich verspäteten Bus zurück in die Stadt, um den letzten Tag meiner Reise zu genießen. Es war wahrlich ein Genuss Lifelover zu sehen und das wird mir auch noch lange im Gedächtnis verweilen. Insgesamt kann ich das Incubate Festrival nur empfehlen. Die Organisation ist super und die Holländer sind sehr gastfreundlich. Selbst wenn einem das Indie geprägte Programm, die skurrilen Kunstausstellungen und der ein oder andere merkwürdige Auftritt abschrecken sollten, alles an sich ist an jedem Tag irgendetwas dabei, was echt hörbar ist oder für eine Überraschung sorgt.

 

Von der Verpflegung her sollte man etwas mehr Geld mitnehmen. Wer hier z.B. deutsche Bierpreise erwartet ist im falschen Teil Europas. Aber alles in allem war es eine gelungene Woche und ich danke noch einmal allen, die diese Reise mit mir bestritten haben und die ich auf den Konzerten kennen lernen durfte.

 

Cheers und bis zum nächsten Jahr!


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>