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Tipp der Redaktion

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Inquisition
"Obscure Verses For The Multiverse"


Black Metal, Melodic Black Metal

Autor Users

9

10

Release:

25.10.2013

Dauer:

45:53

Songs:

9/(10)

Label:

Season Of Mist

Albumtyp:

Full-Lenght

1. Force Of The Floating Tomb
2. Darkness Flows Towards Unseen Horizons
3. Obscure Verses For The Multiverse
4. Spiritual Plasma Evocation
5. Matter Of The Cosmological Black Cauldron
6. Joined By Dark Matter
Repelled By Dark Energy
7. Arrival Of Eons After
8. Inversion Of Ethereal White Stars
9. Infinite Interstellar Genocide
10. Where Darkness Is Lord And Death The Beginning (Bonus Track)

Obscure Verses For The Multiverse

Geschrieben am von Nebukad | 1680 mal gelesen


10

Die kolumbianische Doppelspitze Inquisition kehrt 2013, 2 Jahre nach Ominous Doctrines of the Perpetual Mystical Macrocosm, stärker als jemals zu vor, ins Licht ihrer düsteren Szene zurück. Season Of Mist scheint ihre Rooster Stars, Mastermind Dagon und Drummer Incubus mal von einer besseren Produktion, die schon auf dem Vorgänger zu hören war, überzeugt zu haben. Das Ergebnis ? So ziemlich der stärkste Longplayer, den diese Band je gedropped hat.

 

Versteht mich nicht falsch, ich rede hier nicht von Hi-Fi. Der Sound dieses Albums lässt sich noch als Rau und aneckend bezeichnen, jedoch nicht zu vergleichen mit ihrem Lo-Fi Epos „Invoking the Majestic Throne of Satan“ . Die dreidimensional-akkustische Auslegung, durch das gekonnte abmischen der Instrumente, bei der Aufnahme ist sehr viel durchsichtiger als bei ihren vorherigen Werken, weswegen die Tore der Band sich im großen und ganzen nur für die Kerngemeinde der Black-Metal Szene öffnen lies. Wir fügen der Produktion einen durch Dagons Riffs frischen, exotischen, para-melodischen Sound hinzu und das Siegel der Unzugänglichkeit für diese Band ist gebrochen.

 

Para-melodisch aus dem Grund, da die Melodik (die auf diesem Album höheren Stellenwert hatte als sonst) so konzipiert wurde, dass man manchmal das Gefühl hat, dass die Riffs keinen Plan haben wo sie hinführen, jedoch trotzdem harmonisch und melodisch bleiben, hört sich an wie ein weltenzerstörender Hurrikan aus Sternen und dunkler Materie der ohne Ziel/Richtung pures Chaos anrichtet. Dieses Phänomen der Gitarrenriffs soll das Konzept des Albums verstärken. Es geht um den Kosmos, das Chaos im Universum in Zusammenhang mit Dagons und Incubus eigener Ideologie die ebenfalls sehr stark astrologisch und kosmisch veranlagt ist. Der letzte/neunte (die Deluxe Edition des Albums enthält einen 10. Bonus Track) Auftakt des Albums, ist die Konklusion dieses Konzepts und bestätigt meine Annahmen durch den Titel „Infinite Interstellar Genocide“ und durch das Artwork, dass dieses Konzept einfach nur in herrlicher Weise visualisiert.

 

Die Drums ? Vorerst ab, Incubus versucht nicht das Genre oder auch nur irgend etwas im geringsten neu definieren zu wollen, aber „by the unholy forces of fucking evil“ diese Drums sorgen für den ultimativen Abriss. Um die Metapher von eben weiter zu spinnen sind die Drums der Interstellare Bulldozer der dem Hurrikan an der Spitze folgt und die Intensität dieser Wucht maximiert. Das perfekte, dennoch so natürlich-improvisiert wirkende Zusammenspiel dieser beiden Musiker ist tatsächlich einfach nur berauschend. „Zu viele Köche verderben den Brei“ war wohl Dagons Doktrin, als er sich gegen einen Bassisten oder gar Zweitgitarristen entschied. Recht hat er behalten. Inquisition tritt sogar nur zu zweit live auf. Kernig, aber das nur am Rande.

 

Nun, ich werde an diesem Punkt in diesem Review nicht anfangen, jeden Song für sich alleine zu beschreiben, weil es den Zauber des „jungfräulichen Album Hörens“ durch simples Spoilern zerstören würde. Was mich dennoch nicht davon abhält, allgemeines zu diesem Opus zu verkünden.

 

Mit knapp 46 Minuten (45:53 für den Klugscheißer, ohne den Bonustrack) finde ich, hat Inquisition die perfekte Länge getroffen. Dieses Album wirkt an keiner einzigen Stelle langatmig und für Lückenfüller-Songs ist auch kein Platz in ihrem Arsenal. Das Album besitzt kein konstantes Tempo, man variiert von bretternden Blastbeats und thrashigem Charakter, bis hin zu abgespacten trippy Samples und Balladen ähnlichem Tempo. Die stellenweise addierte Polyrhythmik ist das, was dieses Album zusätzlich so verdammt abwechslungsreich macht.

 

Tja das beste kommt zum Schluss. Dagons außergewöhnlicher Gesangsstil. Auf jedem Album hat der gute Herr jedes mal einen anderen „Approach“ an das Rekorden seiner Stimme versucht. Es wurde seit nun mehr als 10 Jahren versucht, einen bestimmten Sound mit der „Hermit der Frosch“-Stimme zu erzeugen, der tatsächlich nie zu 100% (meiner Meinung nach) erreicht wurde. Man hat versucht, die Stimme stets anders abzumischen oder anders aufzunehmen. Sogar an Betonung und tatsächlich Flow-Variationen (für die Leute die sich über diesen Begriff aufregen werden, ja man kann auch außerhalb vom Hip-Hop von „Flow“ im Gesang sprechen) wurde experimentiert. Jedoch scheint das Ziel tatsächlich erreicht zu sein. Die Vocals auf diesem Album sind mit Abstand eine der besten, die ich im Black-Metal je gehört habe. Dagon schafft es mit seiner Stimme aus seiner humanen Rolle zu schlüpfen und den Dämon eines prähistorischen Sumpffrosches aus den tiefen des Kolumbianischen Urwalds herauf zu beschwören. Einfach nur genial.

 

Ein Meilenstein meiner Meinung nach, da es auch wie eingemeißelt in die Diskographie der Band passt, das was schon auf dem Vorgänger durch die neue Produktion und zusätzliche Melodik in Angriff genommen wurde, wurde auf „Obscure Verses For The Multiverse“ in vollkommener Perfektion vollendet. Ich habe dem nichts mehr hinzu zu fügen.


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