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Interview

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Interview mit Zeugen der Leere

Interviews

Interviewpartner:

Holger & Max

Band:

Zeugen der Leere

Genre:

Black Metal, Dark Metal

Maximilian
Holger
Denny
Falk

Interview mit Zeugen der Leere

Geschrieben am von Arkas | 1868 mal gelesen


Wie kam es zur Gründung von Zeugen der Leere und welche Bedeutung hat für euch dieser Bandname?

 
Holger: Als Max und ich uns kennenlernten, stellte sich schnell heraus, dass wir ein gemeinsames Hobby hatten. Da lag der Gedanke nah, uns zusammen zu tun. Mit den jeweiligen Fähigkeiten, die jeder mit sich brachte, haben wir uns von Anfang an sehr gut ergänzt. Für unseren Bandnamen haben wir keine allgemeingültige Bedeutung festgelegt. Die Leere kann man hier auf mehrere Arten interpretieren, sei es auf geistiger, sozialer oder religiöser Ebene. Welche Art man auch für sich wählt, es ist die richtige.

 

Gibt es bei euch eine bestimmte Rollenverteilung in der Band? Wer übernimmt welche Aufgaben?

 
Holger: Bisher ist es so, dass Max und ich für das Songwriting verantwortlich sind und die Texte bis auf ein oder zwei Ausnahmen von Denny stammen, bzw. in RoR Zeiten von Timo. Der ganze technische Kram wie Aufnahme, Mixing, Mastering etc. obliegt ebenfalls mir. In Zukunft wird das Songwriting mehr von mir auf Denny übergehen.

 

Wie lange habt ihr an “Seelenwanderer” geschrieben und kannst du uns etwas zum Entstehungsprozess erzählen?

 

Holger: Mit “Seelenwanderer” haben wir direkt nach “Second World” begonnen; die Arbeiten haben also ziemlich genau zwei Jahre gedauert. Dabei haben wir uns nicht vorher Gedanken darüber gemacht, was wir eigentlich wollen, sondern uns einfach von Song zu Song vorgearbeitet. Diese wurden dann immer geschrieben, wenn einer gerade Zeit, Lust und eine produktive Phase hatte. War ein Song soweit fertig, bekam Denny ihn dann fürs Texten vorgesetzt.

 

Was verbirgt sich hinter “Seelenwanderer” und was ist eure Aussage in diesem Album?

 

Holger: Es gibt kein grundlegendes Konzept, das sich durch das Album.zieht. Die Texte stehen jeweils für sich und entstehen dadurch, was uns gerade beschäftigt, bzw. in erster Linie unseren Texter. Die Gefühle und die Eindrücke des Alltags, die einen prägen und das Leben bestimmen.

 

Die Texte von eurem ersten Album “Second World” habt ihr komplett in Englisch geschrieben. Warum wurde euer aktuelles Album in deutscher Sprache verfasst?

 
Holger: Für mich ist es eigentlich logisch, dass man in der Sprache textet, die man am besten beherrscht. Am liebsten hätten wir das auch von Anfang an so gemacht, mit unserem damaligen Sänger war dies jedoch leider nicht möglich.

 

Auf metal.de findet man eine Rezension über euer Album “Seelenwanderer”. Was haltet ihr von der doch miserablen Bewertung?

 
Holger: Naja, sowas kommt vor. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass wir uns so eine schlechte Bewertung sonderlich zu Herzen nehmen, insbesondere mit den hier gebotenen inhaltlichen Ausführungen. Wobei ich durchaus dubioseres bei dennoch leicht besseren Bewertungen lesen durfte.

 

Wie sind ansonsten die bisherigen Reaktionen auf “Seelenwanderer”?

 

Holger: Außer bei besagtem metal.de und einer weiteren Ausnahme, sind die uns bekannten Reaktionen durchaus eher positiv und reichen von “ganz ok” bis hin und wieder auch mal “hervorragend”. Neben den Reviews erreichen uns auch gelegentlich sehr wohlwollende Worte von “Normalhörern”.

 
Max: Besonders glücklich machen mich so manche YouTube Kommentare die jemand über einzelne Songs schreibt. Eine weitere lustige Erfahrung werde ich auch nicht vergessen: An einem schönen Spätsommerabend lief mein Hund auf eine Gruppe von Menschen zu die Musik hörten. Als ich näher kam, traute ich meinem Gehör kaum. Da lief das “Seelenwanderer” Album während einer genüsslichen Runde Bier – das freute mich sehr.

 
Holger: Der Hund ist raffiniert.

 

Eure neue EP “Seelenwanderung”, die kurz nach dem Album “Seelenwanderer” veröffentlicht wurde, ist ein reines Ambient Projekt. Was sind eure Beweggründe für eine Ambient EP und warum veröffentlicht ihr sie unter dem Namen Zeugen der Leere?

 
Holger: “Seelenwanderung” war ein Alleingang von mir, die anderen trifft hier keine Schuld. Entstanden ist das Teil, weil ich einfach Lust hatte es zu machen. Ich sah auch keinen Grund, für so etwas – eine möglicherweise einmalige Sache – ein neues Projekt zu eröffnen. Umgekehrt sah ich keinen Grund, es nicht unter dem Banner von ZdL zu veröffentlichen. Zwar ist und bleibt ZdL eine Metal-Band, jedoch können solche Ausschweifungen je nach Lust und Laune der Mitglieder auch in Zukunft schon mal vorkommen.

 
Max: Zeugen der Leere ist meiner Meinung nach ein Musikprojekt und keine Band im herkömmlichen Sinne. Also macht euch noch auf verschiedene Experimente bereit.

 

Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus? Habt ihr auch vor in kommender Zeit auf die Bühne zu gehen?

 
Holger: Im Moment arbeiten wir an Songs für eine Split mit Winterblood aus Koblenz, Higurd aus Thüringen und einer weiteren Band. Wenn diese im Kasten sind, geht es langsam aber sicher mit dem nächsten Album los. Pläne, unsere Musik auf die Bühne zu bringen, gibt es keine. Damit ist bis auf weiteres auch nicht zu rechnen.

 
Max: Besonders das Album nach der Split-CD ist für mich von großer Bedeutung. Die Songs wurden bereits im Zeitraum 2011 – 2012 geschrieben. Wir sind jedoch jetzt erst soweit Sie zu veröffentlichen.

 

Vertretet ihr bestimmte Werte bzw politische Vorstellungen oder seid ihr der Meinung “keep politics out of metal”? Wie steht ihr zur elitären Black Metal Szene und was haltet ihr davon?

 
Holger: Sowas spielt in unserer Musik und unserem Banddasein keine Rolle. Ich kann hier daher auch nur für mich persönlich sprechen. Wenn irgendjemand meint, seine Musik mit Politik verbinden zu müssen, ist das sein Problem. Für mich gibt es wichtigeres, als meine Gedanken an die Meinung anderer zu verschwenden, und ich habe keine Lust, den Weltverbesserer zu spielen. Ich gestehe jedem seine Meinung zu, sei sie auch noch so schwachsinnig – solange derjenige weiß, wie er damit umzugehen hat. Mit der elitären Szene, oder generell einer Szene, haben wir persönlich überhaupt keine Berührungspunkte. Musikalisch sind wir da ziemlich auf uns gestellt und der Kontakt zu anderen hält sich da in Grenzen. Für die elitäre Black Metal Szene gilt eigentlich das gleiche wie bei der Politik. Wenn die Leute gerne rückwärtsgewandt sein möchten, verschlossen gegenüber Wandel, Neuerungen und Entwicklung (eine verblüffende Ähnlichkeit mit Religionen), sollen sie das sein. Das ist deren Sache.

 
Max: Der Kopf ist rund, damit man in alle Richtungen denken kann.

 

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören euch.

 

Max: Wir werden unsere Musik weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen und freuen uns über jeden der unsere Musik im Internet oder in der realen Welt weiter verbreitet! Danke an alle, die uns bisher geholfen haben! Danke an Holger, denn ohne ihn wäre mein Traum von Musik niemals so weit wie jetzt.

 
Holger: Ja, bitte, danke. Dem möchte ich mich anschließen, wobei die kommende Split jedoch möglicherweise regulär auf CD veröffentlicht wird. Wir danken dir für das Interview und die Zeit, die du für die untergründige Musik aufwendest.


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