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Tipp der Redaktion

327976
Lunar Aurora
"Hoagascht"


Ambient | Atmospheric, Depressive Black Metal

Autor Users

9

9

Release:

01.02.2012

Dauer:

52:28

Songs:

8

Label:

Cold Dimensions

Albumtyp:

Full-Lenght

1. Im Gartn 2. Nachteule 3. Sterna 4. Beagliachda 5. Håbergoaß 6. Wedaleichtn 7. Geisterwoid 8. Reng

Hoagascht

Geschrieben am von Vidar | 724 mal gelesen


10

LUNAR AURORA aus dem bayrischen Rosenheim haben sich seit ihrer Gründung im Jahre 1994 stetig in Sachen Klasse und Originalität weiterentwickelt und letztlich auch gehalten. Kurz vor ihrer Auflösung 2012 spendierten sie ihrer über die Zeit immer weiter angewachsenen Gefolgschaft einen letzten musikalischen Hochgenuss, der dem geneigten Hörer die Gelegenheit bietet, sich von LUNAR AURORA in eine andere, pechschwarze und dennoch wundervolle Welt entführen zu lassen.

 

Bevor man sich dieses Werk also zu Gemüte führt, sollte man sich das schlichte, aber anmutig wirkende Artwork ansehen und nach Verinnerlichung die Play Taste drücken.

 

Im Gartn beginnt mit einer gesprochenen Passage, in welcher über die Schönheit des Todes sinniert wird – um kurz darauf mit einem bedrückenden Midtempo-Riff loszubrechen.

 

Hier dürfte auffallen, dass LUNAR AURORA zwar auf Deutsch singen, aber doch oft nur Wortfetzen durchdringen. Das liegt daran, dass das gesamte Album auf alt-bayrisch (!) gesungen ist, was, wie ich finde, absolut genial und originell ist und bedeutend zur Atmosphäre des Albums beiträgt.

 

Nachteule und Sterna knüpfen nahtlos an die bedrückende Atmosphäre an und führen den Hörer immer tiefer in einen sumpfigen Wald irgendwo im mittelalterlichen Bayern. Die Sinne werden geschärft, man nimmt sämtliche versteckten Geräusche wahr, verliert sich immer weiter in der Einsamkeit. Spätestens jetzt wird klar : hier sind großartige Musiker am Werk gewesen, die sich mit weitaus mehr als nur guten Gitarrenriffs und stampfenden Drumbeats behaupten können.

 

Nach einer Weile auf der einsamen Reise durch den Morast erblickt man am nächtlichen Horizont Beagliachda, die einem den Weg weisen – auf ein Schlachtfeld inmitten einer Einöde. Håbergoaß bricht die Stille auf, zieht einen aus seinen Gedanken, es ertönen Berghörner, der Puls wird schneller.

 

Auf seinem weiteren Weg wird man in ein verlassenes Bergdorf geführt. Der Wind pfeift durch die maroden Gebäude, eine alte Kirchenglocke wird zum Spielball des Windes in Wedaleichtn.

 

Die Rast ist nur von kurzer Dauer, denn hinter dem Dorf wartet wieder ein tiefschwarzer Wald darauf, die Synapsen zu Höchstleistungen zu treiben. Man findet sich im Geisterwoid wieder, welcher angsteinflößende Geräusche bereithält, inklusive Schreie von umherwandernden, uralten Seelen, die seit Jahrhunderten nach Erlösung suchen, aber keine finden.

 

Am Ende des Weges landet man im Reng. Der Regen prasselt auf die geschundene Seele, wäscht jede Angst vor dem Tod ab, reinigt den Geist und es fällt der Vorhang. Für immer (?).

 

Fazit : LUNAR AURORA haben es auch mit ihrer bis dato letzten Veröffentlichung geschafft, den Zuhörer in ihre ganz eigene Welt zu entführen. HOAGASCHT hat viel mehr zu bieten, als nur platonische Riffgewitter und hasserfüllte Schreie – hier vermischen sich gezielt gesetzte Geräuschkulissen mit Gitarrenriffs und Drumbeats als tragendes Fundament zu einer eigenständigen, musikalischen Erzählung, welcher man sich zu später Stunde hingeben sollte. LUNAR AURORA waren ein musikalisches Unikat und werden es auch vermutlich für immer bleiben. Unter diesen Gesichtspunkten hat dieses Album, trotz der programmierten Drums, die Bestnote wahrlich verdient. Ein musikalisches Kunstwerk, welches seinesgleichen sucht.


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