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Festivalbericht

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Odyssey to Blasphemy Festival 2016

Festivalberichte

Ort:

ResonanzWerk, Essener Straße 259, 46047 Oberhausen

Datum:

19.03.2016

Uhrzeit:

ab 14.00 - 0.00 Uhr

Genre:

Black Metal, Death Metal, Doom Metal, Pagan Metal

Preis:

29,80€

Mgla
Darkened Nocturn Slaughtercult
Aosoth
Arkona
Possession
Deus Mortem
Khaos Dei
Hallig
Morast

Odyssey to Blasphemy Festival 2016

Geschrieben am von VA666 | 1356 mal gelesen


Mittags um 13:00 Uhr öffnete das ResonanzWerk in Oberhausen seine Türen – für das Odyssey to Blashemy Festival. Das Festival ist brandneu und soll künftig öfter stattfinden. Der gewaltige Besucheransturm (vor allem wohl aufgrund der Headliner MGŁA und DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT) zeigte jedenfalls deutlich, dass das neue Festival gut ankam und gerne wieder organisiert werden kann.

 

Pünktlich um 14:00 Uhr begann MORAST mit doomigen Black/Death Metal. Die Band aus NRW ließ gleich zu Anfang den großen Saal erbeben. Dem Sänger hätte man seine tiefe, kratzige Stimmlage optisch gar nicht zugetraut. Die Langsamkeit der Musik richtete die Aufmerksamkeit stark auf die einzelnen Drumschläge bzw. Gitarrentöne. Die Eintönigkeit in der Rhythmik tendierte zum Doom, und die wenigen Melodiewechsel (falls man das überhaupt als melodisch bezeichnen kann) wirrten wie beschwörender Zeitlupen-Black-Metal.

 

Die Black Metaller von HALLIG, die ebenfalls aus NRW stammen, traten danach auf die Bühne. Auch sie spielten Metal der langsameren Gangart. Jedoch waren hier keine doomigen Einflüsse zu hören; das Schlagzeug spielte schneller und von der Gitarre erklangen langgezogene Melodien. Der Gesang war hier auch eindeutiger dem Black Metal zuzuordnen: Krächzendes bzw. luftzerschneidendes Shouten. Ihre Musik klang insgesamt sehr atmosphärisch.

 

Die erste Band aus dem Ausland war KHAOS DEI. Die Franzosen zeigten knallharten Black Metal, der auch etwas extrem wirkte. Es war eine Mischung aus Finsternis und Bosheit, die in ihrer Musik mitschwingt. Man merkte sofort, dass sie es darauf angelegt haben, auch schön böse rüber zukommen: Außer dem Schlagzeuger hatten sie alle keine Haare mehr auf dem Kopf. Mit Springerstiefeln und ärmelloser Lederweste (mit/ohne Shirt) wirkten sie ein wenig radikal. Ihr Metal war eine Kombination von sehr ruhigen, melodischen Parts, begleitet von einer Flüsterstimme, und knallharten Parts, die nur aus Geballer und Gebrüll bestanden. Teilweise wurde aus dem tiefen Shouten auch ein kreischender, langgezogener Schrei, was bedrohlich, aber auch verletzlich klang. Und nach so einem lauteren Part folgte meist ein instrumentales Tohuwabohu. Sehr wechselseitig also, die Musik von KHAOS DEI.

 

Wieder eine Band, in der das Wort „Gott“ vorkommt: DEUS MORTEM aus Polen. Die sehr düstere Band spielte tödlichen Black Metal. Ihre Lieder werden oft mit atmosphärisch-melodischen Intros eingeleitet – doch gleich danach wird es laut und wüst. Mit einer Neigung zum Death Metal war ihre Musik ein Konstrukt aus lauten, harten Drumschlägen, die von einem tiefen, langsamen Shouten übertönt werden. Dann erfolgt ein Taktwechsel, es wird schneller, das Shouten wird krächzender und erfüllt den ganzen Raum. Die finstere Wirkung wird noch durch die schwarzen Kapuzen der Bandmitglieder untermalt.

 

Bisher hab es keine aufwendige Bühnendekoration. Eigentlich sogar keine – außer den Bandlogos auf der Leinwand im Hintergrund. Dies änderte die POSSESSION aus Belgien, die mit ihrer okkulten Deko die Aufmerksamkeit aller auf sich zog. Die ganze Bühne war ein einziges Kerzenmeer, und es wurde so etwas wie Myrrhe oder Weihrauch verbrannt. Es roch dementsprechend stark nach katholischer Kirche. Auf einem kleinen Tisch in der Bühnenmitte, direkt vorm Schlagzeug, befand sich ein Widderschädel. Von allen Seiten stieg Rauch auf. Es wirkte sehr verwunschen und mystisch. Doch in der Musik von POSSESSION waren weder Orgelklänge noch Kirchengesänge eingebaut. Auch, wenn die eingespielten Intros mit dumpfen Glockenschlägen und/oder Wettergeräuschen einige Lieder einleiteten, kamen nach ihnen lange Gitarrenriffs und kräftige Trommelschläge. Ein bisschen rituell wirkte es anfangs dann doch – bis der Gesang eintrat und Gitarren sowie Schlagzeug ruckartig an Tempo zulegten. Das Shouten klang dann wieder typisch antichristlich.
Für ARKONA wurden dann schnell wieder alle Kerzen ausgepustet und weggeräumt. Denn Kerzenschein und Kirchenduft passte gar nicht zu ihrem Pagan Black Metal. Die polnische Band brachte wieder düstere Stimmung ins ResonanzWerk: Tiefes, monotones Shouten und böse klingende Rhythmen seitens der Gitarre und dem Schlagzeug. Mit freien, Tattoo übersäten Oberkörper, langen Haaren und Bart war der Sänger und Bassist „Armagog“ stets im Vordergrund. Der Gitarrist war optisch eher das Gegenteil: Mit seinem weißen Hoodie sah er wie ein Rapper aus. Nur sein Corpse Paint ließ darauf schließen, dass er es nicht ist (obwohl man das heutzutage auch nicht mehr ausnahmslos behaupten kann).

 

Mit der französischen Black/Death Metal Band AOSOTH wechselte wieder die Stilrichtung: Ihre Musik wird vor allem von viel „Noise“ der Gitarren gebildet. Zusammen mit den willkürlich wirkenden Drumschlägen und dem rauen Shouten hat der Metal von Aosoth eine etwas verwirrende, haltlose Wirkung. Die Geräuschkulisse verliert sich auf mysteriöse Weise im Saal, gelangt aber dann doch durch kräftige Rhythmen an die Ohren. Die Franzosen mögen es, mitten in einem Lied einen längeren Part einzubauen, der sehr ruhig und fast bedrohlich wirkt. Nur, um dann wieder mit voller Wucht die Luft mit Black Metal erzittern zu lassen. Viel Melodie ist nicht zu hören; ihre Musik lebt vom eher vom Rhythmuswechsel und von wiederkehrenden, einfachen Tonfolgen.

 

Die Band mit dem längsten Namen war an diesem Abend auch noch die einzige mit einer Frontfrau. DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT aus NRW ist aber weder aufgrund ihres dreiteiligen Namens (der sich so schön mit D.N.S. abkürzen lässt), noch wegen des Frauenphänomens (obwohl das schon ein Riesenpluspunkt darstellt) so beliebt bzw. bekannt. Es ist vielmehr ihre extravagante Bühnenshow: Auf der Bühne sind wieder Kerzen zu sehen und es wurde eine Art Schrein aufgestellt. Ein großes Pentagramm aus Metall mit zwei Pferde- oder Ochsenschädeln (unbehörnt) steht in der Bühnenmitte. Darunter der besagte Schrein – eine weiße Säule, auf dem eine einsame Kerze steht. An den Flanken der Bühne wurden Banner aufgestellt, dessen Druck undefinierbar war (Baumrinde? Rostiges, zerkratztes Metall?). Die Sängerin und zugleich Gitarristin, die sich den Künstlernamen „Onielar“ gegeben hat, trat mit zerfetzten, weißen Kleid auf die Bühne. Ihr meterlanges Haar war aufgrund ihrer weißen Haube über die Schulter geworfen. Nach dem ersten Lied entfernte sie die Haube: Corpsepaint, weiße Kontaktlinsen, Blut. Der Black Metal von D.N.S. ist brutal; nicht sehr melodisch, sehr böse wirkend. Viel Krawall und eine Frau, die wie ein Mann shoutet. Ab und zu ertönt dann ein „UH“ von Onielar. Es wirkt bestialisch, sektenhaft, unwirklich. Ein wenig krank auch, weil Onielar über den Auftritt hinweg immer mehr blutiger wird, da sie ihren Durst mit Kunstblut (?) stillt, welches sie dann auch mal ins Publikum spuckt. Ihre Mimik ist wie einstudiert, und ihre kaum merkbaren Bewegungen lassen ihr langes Haar trotzdem schaukeln. Der wohl seltsamste, gestörteste, aber mit Abstand auch prägendste Auftritt des Festivals.

 

Für die polnische Band MGŁA (was übersetzt „Nebel“ bedeutet) sind viele gekommen, da sie international bekannt und ihre Musik sehr beliebt ist. Auch sie waren (dezent) verkleidet: Schwarze Hoodies mit schwarzen Stoffmasken verwandelten die Bandmitglieder zu düsteren Gestalten – wie der Tod nur ohne Sense. Und mit Hose, Lederweste und Instrumenten. Ihr Black Metal zeichnete sich vor allem durch den starken Wiedererkennungswert aus, was wohl vor allem am markanten Gesang und der eigenwilligen Rhythmik liegt. Das Schlagzeug, welches meist im instrumentalen Hintergrund für Tempo sorgt, aber auch mal maßgeblich den Takt vorgibt, ist eine Komponente, die in den Gehörgang dringt und sich dort festsetzt. Doch vor allem die Gitarrenmelodien, die innerhalb eines Liedes wiederkehren, bewirken, dass man sich den Metal von MGŁA automatisch merkt. Und der Sänger, der so eine unverwechselbare, raue Stimme an den Tag legt, kann man unter anderen, vergleichbaren Bands des Genres problemlos unterscheiden. Und dass den Besuchern der MGŁA-Metal gefällt, lässt sich hinsichtlich der Masse, die bis zum Ende durchgehalten haben (oder die vielleicht auch später gekommen sind, nur um MGŁA live zu sehen), gut erkennen: Es war brechend voll!

 

Dementsprechend war das Odyssey to Blashemy ein voller Erfolg. Eine Fortsetzung ist also mehr als eine Pflicht für die Veranstalter. Der Abend verlief – außer ein, zwei Situationen, wo das Security eingreifen musste – auch ohne Probleme und Störungen. Ein sehr gelungenes Festival; auch die Merch-Stände und die Verpflegung (auch, wenn es nichts für Veganer/innen hab!) trugen dazu bei, dass man sich im ResonanzWerk bei bester Musik aufhalten konnte. Und die defekten Toiletten wurden ja bereits mittags schnell wieder repariert – Lob ans Technik-Team und an die Orga!!!

 

 

Aosoth_1Aosoth_2Aosoth_3Aosoth_4Arkona_1Arkona_2Arkona_3Arkona_4Deus-Mortem_1Deus-Mortem_2DNS_1DNS_2DNS_3DNS_4DNS_5Hallig_1Hallig_2Hallig_3Khaos-Dei_1Khaos-Dei_2Khaos-Dei_3Mgla_1Mgla_2Mgla_3Mgla_4Mgla_5Mgla_6Morast_1Morast_2Possession_1Possession_2Possession_3Possession_4Possession_5Possession_6


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