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Festivalbericht

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Odyssey to Blasphemy Festival Vol. II

Festivalberichte

Ort:

ResonanzWerk Oberhausen

Datum:

17.12.2016

Uhrzeit:

ab 14:00 - 0:00 Uhr

Genre:

Black Metal, Death Metal

Preis:

27,50€

Saqra’s Cult
Funeral Procession
Zwielicht
Taran
Outre
Illum Adora
Azarath
Hetroertzen
Impaled Nazarene

Odyssey to Blasphemy Festival Vol. II

Geschrieben am von VA666 | 1194 mal gelesen


Das ResonanzWerk öffnete um Punkt 14:00 Uhr seine Türen, um die bereits wartenden Besucher hineinzulassen. Zwar waren es – zu dieser unmenschlichen Zeit – noch nicht sehr viele, doch im späteren Verlauf des zweiten Odyssey to Blasphemy, einem Ein-Tages-Festival mit dem Schwerpunkt im Black Metal, kamen erstaunlich viele Szene-Metaller nach Oberhausen, um sich neun Bands anzuhören und -sehen.

 

Den Besuchern wurden neben Band-Merch auch noch Schallplatten, CD’s und Patches von anderen Bands an langen Tischen angeboten. Besonders war auch der kleine Stand, an dem man Handwerkskunst betrachten und erwerben konnte: Edelstein-Schmuck und Gebeine als Deko.

 

Den Anfang machte die belgische Band Saqra’s Cult, die Lieder ihrer neuen LP Forgotten Rites präsentierte. Mit viel Nebel, etlichen Kerzen und einer Art Altar, auf dem Räucherstäbchen brannten, wurde auf der Bühne alter Inka-Kult in Form von Black Metal zum Ausdruck gebracht. Die Musik war mal klangvoll und langsam mit okkulter Note, dann wieder schnell und rau. Benannt haben sich die Belgier nach einem Dämon, der in Peru mit einem traditionellen Tanz gefeiert wird.

 

Mit finsteren Corpse Paints traten die Musiker der aus Logabirum (Niedersachsen) kommenden Band Funeral Procession auf die Bühne. Die rasende Geschwindigkeit der Drums und der generell raue Sound, der vor allem durch das markerschütternde Shouten entstand, holten trotz früher Tageszeit viele Schwarzmetaller vor die Bühne. Auch hier brannten Kerzen, und die antichristliche Stimmung kam aufgrund des nahenden Weihnachtsfestes besonders stark zur Geltung. Gegen Ende des Auftritts hob der Sänger noch einen Menschenschädel in die Höhe.

 

Passend zu der Vorband, ließ Zwielicht aus Wanne-Eickel (NRW) ebenfalls satanische Klänge durch die Halle dröhnen. Ihr Bandlogo mit den Schlangen machte deutlich: Hier handelt es sich um okkultes Teufelswerk. Auch leuchteten den Besuchern wieder Kerzenlicht entgegen. Zwielicht existiert seit 2002 und ist auf dem guten Weg, an Bekanntheit zu gewinnen. Auf dem OtB wurde ihr rauer Höllen-Black-Metal von der lokalen Szene deutlich positiv aufgenommen.

 

Über Dunkelheit, Boshaftigkeit, Hass und Anti-Christentum sang der Frontmann der polnischen Band Taran. Letztes Jahr erschien ihr gleichnamiges Album Taran, für das sie mit ihrem Auftritt warben. Zwar haben sie sich nach einem keltischen Donnergott (Taranis) benannt, doch ihre Musik ist alles andere als einem Gott geweiht. Das derbe Drum-Geballer und die finsteren Gitarren-Riffs klangen jedenfalls nicht nach keltischem Folk. Taran hat auch schon mit aderen Bands, u.a. Besatt aus Polen, zusammen musiziert, woraus zwei Splits entstanden sind.

 

Outre, ebenfalls aus Polen, ließ eine Mischung aus schleppender, melodischer Sounds und harten, schnelleren Parts aus den Boxen erschallen. Die langgezogenen, langsamen Shouts des Sängers wirkten zusammen mit den wiederkehrenden Rhythmen wie eine Art Beschwörung. Ein gewisser Toten-Okkultismus schwang so in den Klängen mit. Der Gesang in den Liedern wechselte zudem von fies-klingenden, bitterbösen zu kratzig-tiefen Shouten, was im Zusammenspiel mit den stürmischen Beats die Außenwelt in Unruhe versetzte. Ihr Album Ghost Chants hat die Band letztes Jahr veröffentlicht, und am Merchandise-Stand konnte man ihre tollen Belong-to-the-Earth-Zipper erwerben.

 

Aus Koblenz reiste die Band Illum Adora an – mit ihrer neuen EP Son Of Dawn in petto. Der Sänger, der sein Gesicht mit schwarzem Stoff verhüllte und sein haarloses Haupt mit einer Kapuze kaschierte, wirkte auf den ersten Blick wie die Musiker von Mgła. Durch die Rauheit und Härte ihrer Musik sowie der ruckartigen Bewegungen des Frontmanns, der böse ins Mikro shoutete, rückte Illum Adora mehr in eine Art modernen Untergrund-Satanismus. Am Ende verließ der Sänger die Bühne, während seine Kollegen noch die letzten Klänge spielten.

 

Die dritte polnische Band auf dem OtB – Azarath – zeigte im Vergleich zu den anderen Bands erheblich mehr Death-Metal-Einflüsse. Die Lyriks beinhaltete Themen wie Satanismus, Anti-Christentum, Blasphemie und natürlich den Tod. Dass sie seit 1998 musizieren, sah man an den vielen Fans, die zum bösen Rhythmus ihr Haar schüttelten.

 

Die nach Schweden gezogene Band Hetroertzen, bis 2001 noch in Chile als Hhahda bekannt, zogen viele Fans vor die Bühne. Mit blass geschminkten Gesichtern und Röhrenjeans ließen die dünnen Bandmitglieder ihren luziferianischen Hang in ihre Musik einfließen. Ein wichtiges Symbol-Tier ist für sie die Schlange. Die Fackeln und Grabkerzen wirkten gespenstisch und der Black Metal wurde mit rasender Geschwindigkeit durch die Luft befördert. Die Musiker haben bereits viele Anhänger in der Szene gefunden und zählen daher nicht mehr zum unbekannten Underground. Und sie haben bereits fünf Full-Lenght-Alben und ein Split-Album mit Dødsengel veröffentlicht.

 

Die finnische Band Impaled Nazarene haben sich 1990 formatiert und seitdem auch schon zahlreiche Alben herausgebracht. Titel wie Tol Cormpt Norz Norz Norz…, Ungra-Karma, All That You Fear und Vigorious and Liberating Death weisen auf ihre Hauptthemen in den Lyrics hin: Satanismus, Nuklearkrieg, Sex, Gewalt, Politik, finnischer Patriotismus und Tod. Mit gnadenloser Härte und den schrillen Schreien des Sängers ließen sie als letzte Band das ResonanzWerk noch einmal ordentlich erzittern.

 

Kerzenlicht und rauer Underground-Black-Metal – für die Gäste war das zweite Odyssey to Blasphemy wieder ein gelungenes Ritual!

 

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