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CD-Review

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Seher
"Nachzehrer"


Black Metal

Autor Users

7

7

Release:

13.12.2015

Dauer:

37:04

Songs:

4

Label:

Vendetta Ende (Vinyl) und Totenmusik (Tape)

Albumtyp:

Full-Lenght

1. Nachzehrer
2. Geist
3. Mensch
4. Donner

Nachzehrer

Geschrieben am von Swipal | 1165 mal gelesen


10

Mit Nachzehrer bringen Seher aus Berlin nun endlich ihr erstes Album auf den Markt. Nachdem Seher mehrere limitierte Auflagen ihrer ersten Demo auf Tape heraus gebracht hatten, darf man nun mehr hören. Schon die Demo konnte mich 2015 überzeugen, umso gespannter bin ich auf das erste Album! Das Teil wird auf Tape und LP veröffentlicht und kommt mit vier Songs und einer Spielzeit von ca. 37 Minuten daher.
Schon beim ersten Song wird auf großartiges Intro und Soundsamples verzichtet, man kommt hier gleich zur Sache. Gurgelnde Gitarren und ein Drum welches alles am Zertrümmern ist. Man legt hier Wert auf lange Melodieverläufe, die trotz sich oft wiederholenden Melodien klar erkennbar bleiben. Der Song geht über neun Minuten und wird nicht langweilig, da man darauf geachtet hat Themen zu wechseln – und das relativ häufig. Gesangstechnisch ist man hier bei klassischem Black Metal und man hört ab und an ein paar tiefere Schreie, aber grundsätzlich bleibt das ganze doch recht hoch von der Schreiart her. Die Texte sind außerdem ziemlich verständlich und auf Deutsch gesungen. Auch die Tonqualität lässt sich sehen. Klare Aufnahmen mit gutem Sound, was will man mehr? Zum Schluss noch ein paar kleine Ambient-Sounds unter die verzerrten Gitarrenklänge gepackt und schon hat man einen wieder erkennbaren Sound. Zwar hat man hier eindeutig Black Metal, aber auf eine, wie ich finde, sehr moderne Art und Weise.

 

Sehr ruhig und mystisch beginnt Titel Nummer zwei Geist. Bis zur dritten Minute baut sich der Song immer weiter auf, um dann in einem relativ doomigen Sound zu enden. Hier wird eher auf ein langsames, moderates Tempo gesetzt und wenig Gesang mit simplem sich oft wiederholtem Text. Dafür bekommt man das ein oder andere Solo der E-Gitarre geliefert. Erst nach einem zweiten sehr melodischen Part entfaltet sich der Song komplett, das Tempo nimmt an fahrt zu und der Gesang geht auch mehr auf, und das nicht nur lyrisch. Also bis Minute 6/7 war das alles nur Vorgeplänkel, was den Endteil des Liedes umso intensiver gestaltet. Ab diesem Zeitpunkt wird Geist auch musikalisch bis zum Ende gesteigert, um dann plötzlich zu enden.

 

Das nun schon vorletzte Lied Mensch klingt eher nach DSBM. Vorwiegend langsame und melancholische Parts, die sich ab und an mal mit schnellen Riffs tauschen. Was ich hier eher langweilig beschreibe ist aber bisher tatsächlich der Song, der mich am meisten berührt, da eine gewisse Stimmung und Atmosphäre geschaffen wird, die es in meinen Augen für guten Black Metal braucht. Nicht, dass die vorherigen zwei Songs das nicht auch geschafft hätten, aber dieser schafft es eben noch etwas mehr.

 

Donner der mit Abstand kürzeste Song des kleinen Albums beginnt womit? Genau. Soundsamples von Regen und Gewitter. Die Gitarre zupft sich langsam ihren weg durch die Klangkulisse und man scheint am Boden der Melancholie angekommen zu sein. Ein Album, das am Anfang zuversichtlich klingt und immer trauriger wirkt, kommt nun am Tiefpunkt an. Die Gitarre erinnert mich irgendwie an Nostagalia von Nocturnal Depression. Nun kommt eine zweite Gitarre zu den Soundsamples dazu, es wird hier nicht etwas lauter oder schneller, alles bleibt in einem Tempo. Das letzte Lied kann man als langes Outro für ein durchaus gutes Album sehen. Mit einem Rabenschrei endet das ganze.

 

Fazit: Ich verteile hier 7 von 10 Punkten. Warum? Das Album macht nichts falsch und klingt nach ordentlichem, modernen Black Metal. Die Band versteht ihr Handwerk und man wird definitiv seine Freude am Tape oder den Vinyl haben. Mir hat eben nur etwas herausragendes gefehlt. Die beiden letzten Stücke haben es für mich nochmal etwas mehr heraus gerissen, da diese etwas Rundes aus dem Album gemacht haben!
Ich kann das Teil definitiv weiterempfehlen und wer sich, wie ich, in die erste Demo von Seher 2015 ein bisschen verliebt hat, wird auch hier seinen Gefallen daran finden.


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