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Album des Monats: Februar 2016

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Stagwounder
"Invisible Radiance"


Black Metal, Doom Metal

Autor Users

9

8

Release:

20.06.2015

Dauer:

48:24

Songs:

6

Albumtyp:

Full-Lenght

1. In the Hidden
2. Eos
3. Elagabal Pt. I - Blossom
4. Elagabal Pt. II - Blight
5. Among this Place of Skulls
6. FINiS TErRae

Invisible Radiance

Geschrieben am von Swipal | 924 mal gelesen


10

Da öffnet man nichts ahnend den Briefkasten, bekommt eine Presseversion einer CD und legt diese ein, und wird von einer breiten Kulisse an Doomigen Sound erschlagen. Die Rede ist hier vom Erstlingswerk der Gruppe Stagwounder aus Heidelberg. Nicht nur Heino erkannte schon die Vorzüge, die Heidelberg so bot, auch ich durfte diese nun akustisch wahrnehmen. Das erste Lied hat ein kleines ruhiges Intro und dann übernehmen schleppende Sounds, die für den Doom so typisch sind. Aber das ist nicht alles, Gitarrensolos brechen aus der Masse an Gewalt immer wieder heraus und der Sänger gibt sich nicht nur tristem Geschrei hin, sondern bringt auch eine klare, technisch zwar nicht einwandfrei aber passende Stimme ein. Für mich ist das schon Mal alles was es für guten Doom/Black Metal braucht. Nicht einfach nur stumpfes Gegrunze und langsames Gedresche, sondern Mut zur Innovation und dabei trotzdem das Genre vertreten.

 

Ein bisschen okkult wird das zweite Lied eingeleitet und trifft damit den Geist der Zeit. Jetzt werde ich irgendwie an “Mantar” erinnert allerdings blitzen hier immer mal kleine Gitarrensolos hervor. Das Black Metal Geschrei wird hier zunächst beiseitegelegt und eine verzweifelt wirkende, klare, etwas kratzige Stimme kommt zum Vorschein. Diese bricht dann ab und endet in tiefen Growls. Also gesanglich kann man nun nicht mehr meckern es ist für jeden etwas dabei. Der Drummer beweist sich hier sowohl im punktuellen langsamen Spiel und auch bei angezogenem Tempo kommt hier niemand ins Stolpern.

 

Nun geht es mit dem dritten Song wieder härter zur Sache, hier kommt wieder der Black Metal etwas mehr zum Vorschein. Fiese Vocals, Hämmerndes Drum, Gitarren die ein Fingerkunststück ans nächste Reihen und trotzdem drücken wie sau! Die Parts werden wie auch schon in den letzten beiden Songs immer wieder mal durch gewechselt aber klingen nie langweilig oder genau gleich. Ein etwas “Okkulterer” Einschlag ist hier allerdings zu hören, damit meine ich musikalisch ähnlich klingende Parts wie sie von Bands wie Dysangelium verwendet werden. Das vergeht dann aber auch schnell wieder und man gibt sich mehr dem Gehämmer hin.

 

Elagabal Part 2 beginnt und man hat das erste Mal das Gefühl durchatmen zu können. Irgendwas zwischen Psychodelic, Stoner und Doom wird hier ganz langsam heran geboren nur, um dann geköpft zu werden und aufs Brutalste los zu legen. Im späteren Verlauf des Songs legt man dann eine wirklich langsame Gangart ein, um das Lied langsam zum Ende zu bringen.

 

Among This Place Of Skulls ist der Vorletzte Song des Debüts, was ruhig begann, wurde schnell wieder abgelöst. Spätestens hier merkt man, dass man sich Gedanken gemacht hat, nicht jeden Song gleich klingen zu lassen. Obwohl auch Doom schnell eintönig werden kann merke ich davon nichts. Gerade gesanglich orientiert man sich oft um, leider kommt dabei so was wie eine persönliche Lieblingsstimme zum Vorschein und man hat ein bisschen das hoffen, das diese häufiger als die anderen vorkommt, doch das ist Kritik auf hohen Niveau.

 

Bevor ich zum letzten Lied komme, möchte ich noch ein paar Worte zur CD selber verlieren, denn ein Booklet hatte ich trotz der Presseversion und die Gestaltung ist sehr gut gelungen. Alle Texte sind abgedruckt und auf der linken Seite ist stets ein Bild einer Art Sonne, die immer heller wird und mit 14 Seiten ist das Booklet auch nicht gerade klein!

 

Das letzte Lied wird mit einem Filmsample eingeleitet und noch ein letztes Mal wird hier Doom der feinsten Art ausgepackt. Schrecklich schöne Screams leiten durch das Lied und man möchte die Anlage einfach immer lauter drehen. Hallo Nachbarschaft! Dann wird das Geschrei von einer eher schiefen Gesang abgelöst, doch das ist ja bei Doom fast Normal, nur leider hat man in diesem Album schon gehört, dass es gesanglich besser geht. Umso mehr stechen die härteren Parts danach heraus, die von einem gut gespieltem Schlagzeug begleitet wird, was nun wieder zeigt, was es kann. Die Gitarren bahnen sich dabei wieder Ihren düsteren Weg und schaffen ein wirklich gelungenes Schlussstück, welches das Album genauestens abrundet, denn selbst jetzt schafft man es neue Einflüsse einzubringen die man vorher noch nicht im Album wahr genommen hat.

 

Fazit: Was für eine Überraschung! Ich weiß nicht wirklich, was ich da noch kritisieren sollte. Manchmal zahlt es sich eben aus lieber mit dem ersten Werk zu warten und dafür die Messlatte höher anzusetzen, denn bei dem, was gerade an schlechten Nachwuchsbands aus dem Boden gestampft wird, braucht niemand mehr nur mittelmäßige gleich klingende Musik. Hier hat man sich Gedanken gemacht und dann ein grandioses Debüt veröffentlicht! Für mich persönlich eine 10/10 aber da die Musik nicht jeden Geschmack im Team treffen würde gebe ich eine 9/10! Für 8€ kann man die CD bei Bandcamp bestellen und dieses Geld sollte man übrig haben für dieses Ergebnis!


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