Registrieren






Powered by Ajaxy


Album des Monats: Juni 2015

11097105_462639823898846_771998220_o
Tempers Creature
"Si Vis Vitam, Para Mortem"


Black Metal, Depressive Black Metal, Folk Black Metal, Melodic Black Metal, Pagan Black Metal

Autor Users

8

10

Release:

??.06.2015

Dauer:

75:00

Songs:

12

Label:

Sturmglanz Produktionen

Albumtyp:

Full-Lenght

Limitiert:

Jewel-Case Edition (limitiert auf 100 Stk.), Digipack-Edition (limitiert auf 50 Stk. inkl. Bonus-Song)

1. Albtraum Leben
2. Tränen auf nackter Haut
3. Deiner Heimat größter Sohn
4. Eines Geistes Klage
5. Danse Macabre
6. Von Vergänglichkeit
7. Töte Dich
8. Dämmerung der Abendsonn
9. Welken Lilien gleich
10. Ein Wintertraum
11. Si Vis Vitam Para Mortem
12. Und die freud kehrte wieder

Si Vis Vitam, Para Mortem

Geschrieben am von Nebukad | 1707 mal gelesen


10

Tempers Creature lässt zum Glück nicht lange auf sich warten.
Mit Si Vis Vitam, Para Mortem beginnt das neue Kapitel für das schwäbische Depressive Black Metal Gebilde um Mastermind Aurgelmir.
Für diejenigen die mit Tempers Creature noch nicht vertraut sind, empfehle ich in die vorherigen Reviews und das Interview hereinzuschauen.
Ich werde zuerst mit einer Übersicht zum Album und seinen Tracks beginnen und dann zu meinen persönlichen Eindrücken übergehen.

 

Mit dem Intro Albtraum Leben beginnt die Reise. Eine sanfte Melodie aus einer Spieluhr wird vom weinen eines Säuglings begleitet.
Es bildet sich schnell eine schwer beschreibbare Atmosphäre.
Am Ende der Melodie wartet ein loderndes Feuer, welches das zweite Stück der Platte ist.

 

Tränen auf nackter Haut ist der Startschuss für die Platte und der wahrscheinlich geladenste Song des Albums. Der Song thematisiert die damaligen Massenvergewaltigungen an deutschen Frauen während des Krieges.

 

Mit Deiner Heimat Größter Sohn geht es weiter. Ein tiefes Stück, gepackt mit wunderschönen Melodien sowie mit zerschmetternden Blasts.

 

Der vierte Track leitet daraufhin ein etwa langsameres Tempo ein, mit „Eines Geistes Klage“ hat sich Tempers Creature für ein Cover der Band Blutklinge entschieden, jedoch passt das Cover auf Grund der guten Umsetzung Perfekt in den Verlauf.

 

Nun wird noch einmal runter gedrosselt für „Danse Macabre“ (Mein absoluter Favorit), Tempers Creature bleiben sich treu und vergessen nicht eine Portion ihres Folks in das Album zu verbauen.

 

Der nächste Song bildet leider den einzigen Schwachpunkt des Albums. „Von Vergänglichkeit“ spricht musikalisch für sich.

 

Mit dem Interlude „Töte Dich“ wird das Album in die zweite Hälfte eingeleitet. Ein bitter süßes Klavierstück, dass Zeit zum Atmen und nachdenken bietet.

 

Nummer 8 ist die „Dämmerung der Abendsonn“ ein melodiöses Klangspektakel welches sicherlich eines der nicht wenigen Höhepunkte des Albums ist.

 

Tempers Creature halten mit „Welken Lilien Gleich“ das Niveau und beweisen einmal wieder, wie gut man folkische Melodien in den Black Metal einbringen kann.

 

Der nächste Song behält den Charakter des Folks und wird von der sanften Stimme einer Gastmusikerin begleitet, der ruhige Song sorgt für die richtige Entspannung die man für den Titel Track braucht.

 

Si Vis Vitam, Para Mortem, was ein Brett ! Mit guten zwölf Minuten der längste Track und sorgt zum Schluss als wahrhaftiger Repräsentant des ganzen Albums für Gänsehaut.

 

Tempers Creature wissen wie man ein Album macht und sie wissen, dass nach so einem Song Schluss ist, weshalb sie sich zu recht für den sanften Abschied mit dem Outro „Und die Freud kehrt wieder“ entschieden haben.

 

So, kommen wir mal zur allgemeinen Produktion, das Album ist passend zur Atmosphäre produziert. Definitiv besser und gekonnter als im Vorgänger, jedoch ganz im Sinne des Black Metals. Abstriche gibt es leider nur bei den Clean Vocals der Gastsängerin. Die wirklich wunderschöne Stimme kommt durch die „schlechte“ Aufnahme Qualität kaum zur Geltung, was wirklich Schade ist.

 

Die Instrumente umfassen das klassische Arsenal eines Depressive Black Metal Albums (Gitarre, Bass, Drums, Streicher, Vocals) plus der „Doom Orgel“, dazu kommen wir aber gleich.

 

Die Gitarren leisten einen soliden Job, sowie Aurgelmirs todbringende Vocals.
Eine Sache würde ich gerne noch hier hinzufügen. Náttfari, der neue Drummer hat das aus dem Album gemacht, was vorheriger Drummer hätte nie schaffen können. Die Blasts sind heftiger und präziser, die Rhythmen durchdachter und die Fills deutlich pompöser, die Wahl des neuen Drummers war in der Tat Gold Wert.

 

Im Folgenden werde ich meine Impressionen zum Album kundtun.
Ich fange gern mit den weniger gelungenen Sachen an, damit man fairerweise mit dem guten Abschließen kann, was hier klar und deutlich überwiegt.

 

Ich habe bereits auf den Song „Von Vergänglichkeit“ negativ angespielt. Zwei Faktoren stören mich an dem Song, der erste hat eher mit dem vorherigen Song zu tun. „Danse Macabre“ ist ein so starkes und eigenes Stück, dass es fatal war die Brücke mit diesem Song für das Album zu bilden. Zweiter Faktor ist, eine Frage der eigenen Empfindung, die einen werden es so sehen, die anderen so, doch das ist nun man das Wunder der Diversität der Menschen.
„Von Vergänglichkeit“ legt meiner Meinung nach einen zu großen Einfluss des Vorgängers auf das neue Album und stellt ein wenig den neuen Impuls, den das Album gibt in Frage, aber vielleicht bin ich auch einfach zu kritisch wenn es um Nostalgie im Sommer geht. Der andere Schwachpunkt wurde bereits genannt und umfasst die Produktion in Hinblick auf den Clean Gesang.

 

Kommen wir nun zu dem guten.
SI Vis Vitam, Para Mortem war erfreulicherweise eines der Alben dieses Jahr die mich wirklich gefreut haben. Erfreut über die Musik, jedoch auch über die interessante Thematik und vor allem über die Entwicklung seit dem letzten Album. Zur Thematik, ich habe tiefsten Respekt davor wenn jemand Themen wie Kriegsverbrechen und Opfer des Krieges in seiner Musik verarbeitet und dies sogar in einem Genre wie Black Metal, wo man sich ja eher in der Position des Täters wieder findet.

 

Mein persönliches Highlight: „Danse Macabre
Gewagt und gewonnen. Welche Depressive Black Metal Band kommt auf die Idee, einen ganzen Song im Stile des Folks mit Doom Rock Einflüssen zu kreieren. Beim ersten Mal hören hing mir echt die Kinnlade runter, vor allem als das Orgel Solo kam und man sich plötzlich in einem Tim Burton Film wider gefunden hat. Einfach Wahnsinn der Song, alles passt die Melodie, der Text, natürlich die „Doom Orgel“ und trotzdem 100% Tempers Creature. Würde mich sehr freuen, mehr von solchen Experimenten in diese Richtung zu hören. Top !

 

Und zu aller letzt, die Progression seit des letzten Albums, aber ganz ehrlich. Hört einfach selber !
Die Platte wird über Sturmglanz Produktionen raus kommen und ist ein definitiver MUSS für alle Fans von gutem handgemachtem Black Metal mit Exkursen in Richtung Folk und Depressive.

Das ist Depressive Suebian Heathen Music. Vom feinsten.


Bewerte dieses Album

Deine Wertung wird mit den anderen Userbewertungen verrechnet

012345678910

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>