Registrieren






Powered by Ajaxy


CD-Review

a3203791029_10
Triuwint
"Nebelfall"


Pagan Black Metal

Autor Users

6

8

Release:

2014

Dauer:

45:15

Songs:

10

Label:

Independent

Albumtyp:

Full-Lenght

1. Nimmersatter Mann
2. Phoenix
3. Ex Infernis
4. Adlergrab
5. Todesmarsch
6. Zerrspiegel
7. Krieg Der Lüge
8. Schlacht um Wall
9. Morgentaunebel
10. Gedankenterror

Nebelfall

Geschrieben am von Nebukad | 1431 mal gelesen


10

Nebelig ist es durchaus nach diesem Album, denn ich habe gemischte Gefühle über dieses Werk. Und traditionellen Melodic Black Metal erwartet euch hier auch nicht.

 

Triuwint, damals noch „Kriegerreich“, ist laut ihrer Eigendefinition eine „Melodic Black Metal“ Band aus Nürnberg. Ich persönlich würde diese Band nicht zwangsläufig in den Black Metal Bereich einordnen, da zwar deutlicher Einfluss aus dem Norden zu hören ist, dies aber hier dem Death Metal unterliegt. Nun ja vielleicht bin ich dies bezüglich ein wenig konservativ, aber um den Terminus Black Metal benutzen zu dürfen reicht es nicht sich „nur“ musikalisch-stilistisch am Genre zu bedienen. Wäre es anders würden wir bald Lorna Shore mit Immortal auf Tour sehen.

 

Aber kommen wir nun mal zu meiner persönlichen Konfrontation mit Triuwints “Nebelfall”, welches im 1. Quartal 2014 offiziell released wurde. Dieses Album wurde in mehreren Stimmungslagen meinerseits konsumiert, beim Sport, beim Autofahren, auf der Anlage und beim Schreiben dieses Reviews, beim Joggen erfüllte dieses Album seinen größten Zweck.

 

Das Cover welches eher nach “Erste Deutsche Deathcore Welle” ausschaut, offenbarte mir nicht die besten Vorahnungen zu beginn, dennoch entschied ich mich auf Play zu drücken.
Es war tatsächlich schwer am Anfang für mich festzustellen ob ich etwas mit diesem Debüt-Album anfangen kann, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir Spaß gemacht hat dieses Album zu hören und zu durchleuchten. Diese Jungs aus Nürnberg haben Potential ihr eigenes Ding durch zu ziehen, jedoch befinden wir uns mit „Nebelfall“ am Anfang dieser Reise. Man merkt noch oft, dass man sich nicht ganz schlüssig ist wo diese Reise hinführen soll. Triuwint hat sich jedoch schon auf eine exotische und interessante Mischung aus groovigem Death Metal, einem Dunst Black Metal und teils epischen Melodien beschränkt, es sind selbst folkige Rock Passagen zu hören, die leider dem Album nicht so gut tun. Dies sorgt für einen breitgefächerten Hörspaß der sich jedoch aufgrund eines fehlenden Konzepts ein wenig verliert. Versteht mich nicht falsch ich bin ein großer Fan von Genre-Expeditionen, jedoch muss ein Konzept dies festhalten um nicht am Ende mehr eine reihe guter Ideen zu sein als ein Album, ein Werk.

 

Bevor ich weiter auf die musikalische Ebene eingehe, möchte ich kurz etwas zur Produktion sagen.

 

Hierbei handelt es sich nicht um die Arbeit eines Amateurs. Die Produktion würde ich mit der Note sehr Gut auszeichnen. Von Doublebass bis Gitarrendueten ist alles klar und deutlich abgemischt und überzeugt von einer guten audiovisuellen Einordnung der Instrumente und Vocals. Nun ja diese Produktion ist jedoch soviel von Vorteil wie Nachteil für das Album, denn wenn instrumental einfach nur drauf geknüppelt wird versagt die Produktion an fehlender (passender) Atmosphäre. Das macht oft die gewollte Brutalität zu einem Versuch böse zu klingen, dasselbe Problem mit dem Amon Amarth auf „Deceiver Of The Gods“ zu kämpfen hatte. Daher sollte man sich gründlich überlegen was das Ergebnis ausstrahlen soll, bevor man das Mischpult bedient.

 

Kommen wir zur den Instrumenten.
Die Gitarren sind astrein, gekonntes variieren. Fieses Schreddern, „Soli“, Epische Melodien und sehr geile Grooves.

 

Bass ? Gute Frage, schon lustig wie sich hier das „Death Metal Cliché“ von einem unscheinbaren Bass durchs Album zieht, nicht zwangsläufig ein Abstrich, jedoch abgesehen davon, dass der Bass anscheinend bewusst leiser gedreht wurde, gibt es leider auch kein Bass-Highlight wenn dafür Raum geboten wird.
Was mir sehr gefallen hat war das Zusammenspiel von Gitarren und Schlagzeug. Das Schlagzeug kann durchaus mit der Bandbreite der Gitarren mithalten und sticht mit einem gesunden Maß an Fills und seiner sauberen Produktion sehr hervor, Schlagzeuger kommen auf diesem Album definitiv auf ihre Kosten.

 

Die Vocals sind ebenfalls „breitgefächert“ (Growls, Shouts, Screams, Klagesang) auch wenn ein wenig überproduziert fügen diese sich gut zum Ensemble. Jedoch stört mich der Klargesang (außer auf „Krieg der Lüge“), der jedoch zu Gunsten des Albums rar eingesetzt wird. Er ist nicht schlecht, überragend aber auch nicht. Das Problem diesbezüglich ist das sobald Klargesang ansteht meistens die Vollbremse gelegt wird und sich Triuwint in eine langweilige postige Alternativ-Folk-Rock Band verwandelt, die gerne Ulver oder Windir sein würde. Was ich jedoch sehr zu hören genoss war der Interessante Gesangs-Flow des Sängers (Highlights auf „Ex Infernis“ und „Gedankenterror“). Den weiß er zu variieren und schafft es gut von den teils spätpubertären Lyrics abzulenken, welche jedoch auch manchmal sehr gutes lyrisches Können aufweisen können, was der Song „Phönix“ auf Englisch dann leider wieder zunichte macht, abgesehen vom Inhalt kommt der „eine“ englische Text, dann doch zu sehr aufgesetzt rüber.

 

Ganz schön viel Kritik. Jedoch würde ich mir nie die Mühe machen das alles hier zu erwähnen, wenn ich nicht ausreichend Potential in einer Band sehen würde um es besser machen zu können.

 

Triuwint zeigen sich auf Nebelfall ambitioniert und durchaus nicht halbherzig „don’t get me wrong“. In den Songs hört man viel Herz und Leidenschaft, was dieses Album nun mal so durchgewürfelt, wild und ein wenig richtungslos erscheinen lässt, was auch oft genug auf dem Album seinen Charme hat. Es wirkt halt noch alles mehr wie eine Vorband, die ein wenig von allem etwas hat und sich noch im Verarbeiten von eigenen Einflüssen zu einem eigenem Konzept befindet, aber wer weiß, vielleicht schlüpft bald ein düster schimmernder Killer-Schmetterling aus diesem Kokon.

 

Für Genießer von groovigem Death Metal mit nordischem Einfluss zu empfehlen. Nebelfall lässt sich auf Bandcamp streamen.


Bewerte dieses Album

Deine Wertung wird mit den anderen Userbewertungen verrechnet

012345678910

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>